Pressebericht vom 08.10.2000

 

"In Düsseldorf ist kein Platz für Neorassismus"

Oberbürgermeister nimmt Stellung zum Brandanschlag auf Synagoge"

Für Neorassismus ist kein Platz in der Landeshauptstadt Düsseldorf." Mit diesen Worten hat Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin sofort nach der Tat den Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge scharf verurteilt. Besonders an einem Tag, an dem die Einheit Deutschlands gefeiert würde, hätte es nach seiner Auffassung nicht sein dürfen, dass neorassistische Kräfte die Einheit der Menschen in Düsseldorf untergraben, erklärte der Oberbürgermeister im Rahmen der Feierstunde Zehn Jahre Einheit am Vormittag des 3. Oktober im Rathaus.

Unmittelbar nach dem Anschlag, der sich am 2. Oktober gegen 23.45 Uhr ereignete, war der Oberbürgermeister durch die Polizei telefonisch unterrichtet worden. Die Düsseldorfer Synagoge sei Ziel eines Brandanschlages geworden.

Nach Angaben der Polizei warfen unbekannte Täter einen Stein und ein bis drei Brandsätze gegen die Tür der Synagoge an der Zietenstraße. Eine Frau aus der Nachbarschaft bemerkte den Feuerschein, kletterte couragiert über einen zwei Meter hohen Zaun und trat die Flammen aus.

Sofort nach der Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit eilte Joachim Erwin zur jüdischen Gemeinde. Er traf sich dort mit Vertretern der Gemeinde und verschaffte sich einen Überblick vor Ort.

Am Abend des 3. Oktober reihte sich der Oberbürgermeister in einen Demonstrationszug vom Rathaus zur Synagoge ein, zu dem die jüdische Gemeinde gemeinsam mit dem Oberbürgermeister kurzfristig aufgerufen hatte. Erwin erklärte: "Wir müssen gegen derartige verabscheuungswürdige Ausfälle klar Position beziehen. Düsseldorf darf kein Platz für neue Rassisten oder verbohrte Extremisten werden". Die spontane Demonstration vom Rathaus zur Synagoge zeige die gute Verbindung der Düsseldorfer zu ihren jüdischen Mitbürgern.
Quelle: Pressedienst Landeshauptstadt Düsseldorf 

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