Aufklärung des Anschlags
Der Anschlag auf die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ist aufgeklärt. Wir informieren Sie hier über die Geschehnisse.
Informieren Sie sich über die Ereignisse seit dem 2.10.2000
- Synagoge: Wie die Polizei die Täter fand 9.12.2000 [mehr]
- Juden fragen sich: "Müssen wir wieder weg?"
Die Zitate am Tag danach. 8.12.2000 [mehr] - Täter aus Düsseldorf, Stadtsuperintendent bleibt vorsichtig.
Albrecht mahnt: "Wachsam sein!" 8.12.2000 [mehr] - Islamische Verbände verurteilen Synagogenanschlag 8.12.2000
"Wir sind darüber betroffen und erschrocken" [mehr] - Friedman warnt vor hochexplosivem Gemisch 8.12.2000
"Im Kampf gegen Rechts nicht nachlassen" [mehr] - Paul Spiegel: Warnung vor weiterer Gewalt 8.12.2000 [mehr]
- Anschlag auf Synagoge ist aufgeklärt 8.12.2000 [mehr]
- Anschlag auf Synagoge galt Israel 8.12.2000 [mehr]
- Zentralrat der Juden nach Aufklärung von Anschlag
weiterhin besorgt 8.12.2000 [mehr] - Anschlag auf Synagoge aufgeklärt? /
Jüdische Gemeinde erleichtert 7.12.2000, 15:26 Uhr [mehr] - Racheakt von zwei Arabern? 7.12.2000, 17:21 Uhr [mehr]
Synagoge: Wie die Polizei die Täter fand
Kommissar Zufall half - und ein Handtuch
Düsseldorf. Als Generalbundesanwalt Kay Nehm jetzt die beiden Synagogen-Brandstifter in Düsseldorf präsentierte, da sprach er der hiesigen Polizei ein hohes Lob für die geleistete Arbeit aus. Diese Anerkennung war mehr als berechtigt: Die Düsseldorfer "Ermittlungskommission Synagoge" mit bis zu 30 Mitarbeitern hat ein kriminalistisches Meisterstück abgeliefert. Ihr Chef, Kriminal-Hauptkommissar Martin Kulikowski (45, Abteilung "Staatschutz") gibt zu, dass man einen Helfer hatte: Kommissar Zufall.
Hier die Chronologie der Fahndung: Noch Tage nach dem Anschlag in der Nacht zum 3. Oktober gibt es zunächst kaum verwertbare Spuren: Die Zeugin, die in der Nacht das Feuer gelöscht hatte, hat zwar zwei Gestalten gesehen, kann sie aber nicht beschreiben. Es gibt keine Fingerabdrücke.
Also werden 5000 Fahndungsplakate gedruckt. Darauf ein in der Nähe gefundener Benzinkanister und drei Flaschen von dem Typ, aus denen die Molotow-Cocktails waren. Zudem werden 25 000 Mark Belohnung ausgelobt. Ergebnis: Null - keine brauchbaren Hinweise.
Dann kommt Kommissar Zufall ins Spiel: Ein junger Mann, der in der Nähe der Synagoge wohnt, meldet bei der Polizei einen Fahrraddiebstahl - und erzählt eher beiläufig, dass er in jener Nacht etwas 20 Meter von sich entfernt zwei weglaufende Männer gesehen hat. Auch er würde sie nicht wieder erkennen, aber immerhin beschreibt er sie etwas genauer: Es müssen junge Männer gewesen sein - und es waren, so der Zeuge, vermutlich "dunkelhaarige, südländische Typen", etwa 1,70 Meter groß. Warum er sich nicht früher meldete? Er hatte seine Beobachtung für nicht wichtig gehalten. Nun beginnt eine Rasterfahndung, denn nach einem Täterprofil des Bundeskriminalamtes (BKA) handeln die Verantwortlichen solcher Delikte oft "situativ, spontan und in ihrem näheren Wohnumfeld". Die Polizei nimmt nun alle Jugendlichen bis 18 Jahre unter die Lupe, die im Umkreis von 1,5 Kilometern leben - das sind 190 Personen.
Hinzu kommen die Mitglieder der so genannten "Frankenplatz-Szene" - eine etwa 40-köpfige Gruppe von Rechtsradikalen, die der Polizei seit Mitte der 90er Jahre bekannt ist. Während dieser Ermittlungen kommt es zum Anschlag auf die Synagoge in Essen, wo Palästinenser während einer Demo gewalttätig werden. Nun kommt dieser Personenkreis unter die Lupe - und siehe da: Einige der in Essen aufgefallenen Männer gehören zu den in Düsseldorf überprüften jungen Männern.
Einer sagt schließlich aus, er habe in jener Nacht zwei Araber nicht weit vom Tatort in der Kneipe gesehen. Die Polizei nimmt sich auch dieser beiden Männer an, überprüft ihr Umfeld, und - dies wird nicht bestätigt, gilt aber als sicher - hört ihr Telefon ab. Als man schließlich sicher ist, "nahe dran" zu sein, werden zwei Wohnungen in Heerdt und in der Innenstadt durchsucht.
Bei dem 20-jährigen Khalid Z. findet sich rechtsradikales Material, das Hitlerbild und die Hakenkreuze, auch bei Belai T. (19) entdeckt man belastendes Material. Und: Beide räumen ein, den Anschlag begangen zu haben. Eine entscheidende Rolle spielt die "Öffentliche Prüfstelle für das Textilwesen" in Mönchengladbach: Dort werden Stoffreste von den Molotow-Cocktails untersucht, das Gewebe rekonstruiert - und in der Wohnung eines Verdächtigen findet die Polizei später ein Küchenhandtuch, das exakt diesem Muster entspricht.
Von Hans Onkelbach
Juden fragen sich: "Müssen wir wieder weg?"
Die Zitate am Tag danach
Düsseldorf. Am Tag danach. Reaktionen auf den Anschlag auf die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf vom 2. Oktober 2000:
Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland: "Unmittelbar nach dem Anschlag habe ich gefragt: Was muss eigentlich noch passieren, damit wir uns nicht eines Tages die Frage stellen müssen, ob es richtig war, hier wieder jüdische Gemeinden aufzubauen."Tatsache ist, dass bei uns jetzt wieder die Angst grassiert. Manche fragen mich: ,Müssen wir wieder weg?' Wir als Juden wollen fühlen, dass die Mehrheit der Deutschen diese Verbrechen nicht will."
Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Ich erwarte jetzt einen Aufstand der Anständigen."
Ministerpräsident Wolfgang Clement: "Das mutige Eingreifen der Zeugin, die sofort das Feuer ausgetreten hat, ist ein lobenswertes Beispiel für Zivilcourage und uneigennützige Hilfsbereitschaft."
Michael Wolffsohn, Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehrhochschule in München: "Wenn Schröder nicht in der Lage ist, diese Verbrecher zu bekämpfen, dann muss er zurücktreten oder einen anderen Innenminister ernennen. Ich frage mich, warum sensible Orte nicht besser geschützt werden."
Täter aus Düsseldorf, Stadtsuperintendent bleibt vorsichtig
Albrecht mahnt: "Wachsam sein!"
Düsseldorf. Die Täter, der Deutsche Kahlid Z. (20) und der staatenlose Belal T. (19), sind festgenommen. Der Anschlag auf die Synagoge an der Zietenstraße vom 2. Oktober ist aufgeklärt. "Ich bin heilfroh, dass die vermeintlichen Täter gefasst sind", sagte Michael Szentei-Heise, Direktor der jüdischen Gemeinde. Denn die Ungewissheit habe der Gemeinde nicht gut getan, ergänzte er. Erleichterung ja, Entwarnung nein. "Das Sicherheitsproblem ist größer geworden", findet Esra Cohn, Vorsitzender der Gemeinde mit 6500 Mitgliedern. "Jetzt wissen wir, der Kreis möglicher Täter hat sich erweitert", urteilte Cohn. Mehr als zwei Monate ist der Anschlag auf die Synagoge nun her. Für Oberbürgermeister Joachim Erwin steht unumstößlich fest: "Wir als Stadt müssen den Menschen klarmachen, dass wir solche Anschläge nicht akzeptieren werden."
Cohn: "Leben muss normal sein"
Das G"tteshaus wird seit dem 2. Oktober rund um die Uhr bewacht. Esra Cohn betonte: "Das ist einfach erforderlich und wird auch so bleiben, denn die rechtsradikale Gefahr ist durch den geklärten Fall bestimmt nicht kleiner geworden." Wichtig sei, dass "das Leben der Gemeinde normal bleiben muss", ergänzte Cohn, der sich unmittelbar nach dem Attentat vehement für eine Rund-um-die Uhr-Bewachung der Synagoge eingesetzt hatte.
Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, wollte von Erleichterung, gar Entwarnung nicht sprechen. "Ich fürchte, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen sogar noch größer geworden ist", sagte er. Es müsse nun mit einer Bündelung rechtsradikaler und fanatischer nahöstlicher Kräfte gerechnet werden. Dass die Ausschreitungen im Nahen Osten nach Deutschland getragen würden, sei ein weiterer Grund zur Besorgnis.
Nach dem Attentat waren hochrangige Politiker wie Bundeskanzler Schröder an den Tatort geeilt, um ein Zeichen zu setzen. Schnell machte die Vermutung die Runde, die Täter könnten aus der rechtsradikalen Szene kommen. Gert Kaiser, Rektor der Heine-Universität, habe in Düsseldorf eine militante Szene vermutet, die "solch einen symbolischen Frevel" zu tun bereit sei. Dennoch: "Die Schändlichkeit der Sache bleibt so wie sie ist." Und es sei "pervers", darüber erleichtert zu sein, dass die Tat wahrscheinlich den israelisch-palästinensischen Konflikt als Hintergrund habe. "Aber das ist die komplizierte deutsche Seelenlage", meinte Kaiser.
Ernst-Jürgen Albrecht zeigte sich froh darüber, dass der Anschlag offenbar aufgeklärt ist und das Warten auf ein abschließendes Ermittlungsergebnis ein Ende hat. "Erschüttert bin ich aber nach wie vor, dass eine solche Tat in Düsseldorf stattgefunden hat und auch von Menschen begangen wurde, die aus Düsseldorf kommen", sagte der Stadtsuperintendent, auf dessen Initiative hin die Demonstration am 28. Oktober gegen Rechtsextremismus organisiert wurde. Für Albrecht steht fest: "Juden in Düsseldorf sind bedroht. Das können wir nicht hinnehmen. Und die mutmaßlichen Täter leben mitten unter uns." Albrecht betonte: "Nach wie vor gilt: Wir müssen gegen Antisemitismus und rechtsextremistisches Denken wachsam sein."Behrens: Lob für die Polizei Innenminister Fritz Behrens meinte gestern: "Ich bin sehr froh, dass der feige Brandanschlag aufgeklärt wurde." Er hatte ein Lob für die Düsseldorfer Polizei parat: "Die intensiven und konsequenten Ermittlungen haben diesen Erfolg möglich gemacht."
Von MARTINA STÖCKER und NORBERT KLEEBERG
Quelle: Düsseldorf Today
Islamische Verbände verurteilen Synagogenanschlag
"Wir sind darüber betroffen und erschrocken"
Düsseldorf (dpa). Die islamischen Verbände in Deutschland haben den Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge durch Extremisten moslemischer Herkunft scharf verurteilt. "Wir sind darüber betroffen und erschrocken. Der Koran verpflichtet die Muslime, die G"tteshäuser anderer Religionen zu schützen und zu achten", sagte Ghulam Totakhyl, Generalsekretär des Islam-Rates in Deutschland, am Freitag."Wir distanzieren uns von der Tat gegen eine Glaubensgemeinschaft, mit der wir gut und eng zusammenarbeiten", sagte Totakhyl. Der Islam- Rat ist der Dachverband von 38 islamischen Verbänden in Deutschland. Zuvor hatte sich bereits die palästinensische Gemeinde in Deutschland von dem Brandanschlag scharf distanziert. Die Tat arabischstämmiger Extremisten sei mit "Bedauern und Abscheu" aufgenommen worden, teilte die Gemeinde am Freitag in einem Offenen Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland mit.
Der Brandanschlag sei schädlich und primitiv. Die palästinensische Gemeinde werde gegen Rechtsextremismus kämpfen, gleichgültig welchen Ursprungs. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, hatte nach der Aufklärung des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge vor weiterer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen gewarnt. Spiegel sagte, er fürchte, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen noch größer geworden sei. Es müsse mit einer Bündelung rechtsradikaler und fanatischer nahöstlicher Kräfte gerechnet werden.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) betonte am Rande des EU- Gipfels in Nizza: "Die Strategie der Bundesregierung gegen Rechtsradikalismus wird sich nicht ändern." Der Anschlag von Düsseldorf sei nach wie vor ein Verbrechen. Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte am Donnerstag in Düsseldorf mitgeteilt, im Zusammenhang mit dem Anschlag von Anfang Oktober seien ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20-jähriger Marokkaner mit deutschem Pass festgenommen worden.
Beide seien weitgehend geständig. Bei Wohnungsdurchsuchungen der beiden Verdächtigen sei auch antisemitisches und rechtsextremes Material gefunden worden. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte, mit Schuldzuweisungen an bestimmte Tätergruppen müsse vorsichtiger umgegangen werden. Es sei nicht stets damit zu rechnen, dass deutsche Rechtsextremisten die Straftäter seien.
Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion Wolfgang Bosbach, sagte, auch wenn der Düsseldorfer Anschlag offenbar auf das Konto junger Araber gehe, dürfe deswegen die Gefahr durch die rechtsextreme Szene in Deutschland nicht verharmlost oder relativiert werden. Nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei ist mit dem Fahndungserfolg die zunächst laut gewordene ungerechtfertigte Kritik an der Polizei widerlegt worden. Die Polizei stehe durch die zahlreichen rechtsextremen Demonstrationen und diverse Personen- und Objektschutzmaßnahmen unter besonderem Arbeitsdruck.
Quelle: Düsseldorf Today
Friedman warnt vor hochexplosivem Gemisch
"Im Kampf gegen Rechts nicht nachlassen"
Düsseldorf (dto/dpa). Der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Michel Friedman, hat nach der Aufklärung des Anschlags auf die Düsseldorfer Synagoge vor einem Nachlassen im Kampf gegen den Rechtsextremismus gewarnt. Im Deutschlandfunk sagte er am Freitag: "Ich kann nur deutlich sagen, dass die Schritte, die wir in den letzten Wochen und Monaten unternommen haben, die richtigen Schritte sind - es sind die Schritte der Zuständigen, der Polizei und der Justiz, die Politik reagiert endlich. Dieses dürfen wir jetzt nicht abbrechen und unterbrechen."
Aufruf zu Wachsamkeit gegen Antisemitismus
Nach der Aufklärung des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge hat Stadtsuperintendent Ernst-Jürgen Albrecht dazu aufgerufen, weiter gegen Antisemitismus und rechtsextremistisches Denken wachsam zu sein. "Erschüttert bin ich nach wie vor darüber, dass eine solche Tat in Düsseldorf stattgefunden hat und auch von Menschen begangen wurde, die aus Düsseldorf kommen. Die mutmaßlichen Täter leben mitten unter uns", erklärte Albrecht am Freitag.
Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte am Donnerstag in Düsseldorf mitgeteilt, dass im Zusammenhang mit dem Anschlag von Anfang Oktober ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20-jähriger Marokkaner mit deutschem Pass festgenommen worden sind.
Friedman warnte davor, dass in Deutschland ein "hochexplosives Gemisch" entstehen könnte - aus der deutschen rechtsextremistischen Szene und einem Nahost-Terrorismus, der von einem Antizionismus zu einem Antisemitismus mutiere. Das Zusammentun beider Szenen müsse auf jeden Fall verhindert werden.
Zentralrat der Juden nach Aufklärung von Anschlag weiterhin besorgt
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat auch nach der Aufklärung des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge vor weiterer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen gewarnt. "Von jüdischer Seite aus besteht auch nach der Festnahme der beiden mutmaßlichen Täter kein Grund zur Erleichterung", sagte Spiegel der dpa.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) betonte am Rande des EU- Gipfels in Nizza: "Die Strategie der Bundesregierung gegen Rechtsradikalismus wird sich nicht ändern." Der Anschlag von Düsseldorf sei nach wie vor ein Verbrechen.
Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte am Donnerstag in Düsseldorf mitgeteilt, im Zusammenhang mit dem Anschlag von Anfang Oktober seien ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20-jähriger Marokkaner mit deutschem Pass festgenommen worden. Gegen beide weitgehend geständigen Männer habe der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof Haftbefehl erlassen. Bei Wohnungsdurchsuchungen der beiden Verdächtigen sei auch antisemitisches Schriftmaterial gefunden worden, berichtete Nehm.
Spiegel sagte der dpa, er fürchte, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen noch größer geworden sei. Es müsse mit einer Bündelung rechtsradikaler und fanatischer nahöstlicher Kräfte gerechnet werden. Hinter den Anschlägen auf jüdische Menschen und Einrichtungen innerhalb Deutschlands steckten "bedrohliche und gefährliche Kräfte". Dass die Ausschreitungen im Nahen Osten nun auch nach Deutschland getragen würden, sei nur ein weiterer Grund zur Besorgnis.
Die beiden 19 und 20 Jahre alten Männer waren bereits fünf Tage nach dem Düsseldorfer Anschlag in Essen während einer Demonstration gegen die Gewalt im Nahen Osten ins Visier der Fahnder geraten. Dabei sollen beide an Ausschreitungen gegen die dortige alte Synagoge beteiligt gewesen sein. Die Brandsätze waren in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit auf das jüdische G"tteshaus in Düsseldorf geworfen worden. Eine Anwohnerin hatte die Flammen beherzt gelöscht, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten. Der Anschlag hatte seinerzeit weltweit Aufmerksamkeit erregt.
Palästinensische Gemeinde distanziert sich
Die Palästinensische Gemeinde in Deutschland hat sich vom Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge scharf distanziert. Die Tat arabischstämmiger Extremisten sei mit "Bedauern und Abscheu" aufgenommen worden, teilte die Gemeinde am Freitag in einem offenen Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland mit. Die Tat sei schädlich und primitiv, die palästinensische Gemeinde werde gegen Rechtsextremismus kämpfen, gleichgültig welchen Ursprungs.
Quelle: Düsseldorf Today
Paul Spiegel: Warnung vor weiterer Gewalt
Nach der Aufklärung des Synagogen-Anschlags in Düsseldorf am 2. Oktober gibt es von jüdischer Seite keinen Grund zur Erleichterung. Das meint der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel. Er warnte dagegen vor weiterer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen. Es müsse mit einer Bündelung rechtsradikaler und fanatischer nahöstlicher Kräfte gerechnet werden. Hinter den Anschlägen auf jüdische Menschen und Einrichtungen innerhalb Deutschlands steckten "bedrohliche und gefährliche Kräfte".
Am Donnerstag hatte Generalbundesanwalt Kay Nehm in Düsseldorf bekannt gegeben, dass der Anschlag auf die Synagoge von zwei gebürtigen Arabern verübt worden sei. Ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20-jähriger Marokkaner hätten Geständnisse abgelegt und befänden sich wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Sie haben mehrere Brandsätze auf die Synagoge geworfen, um auf die gewaltsamen Konflikte zwischen Israel und Palästina aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen, sagte Nehm. Nach Ansicht des Generalbundesanwaltes könnte der Anschlag auch einen rechtsextremistischen Hintergrund haben. Bei der Durchsuchung sei in der Wohnung des einen Tatverdächtigen antisemitisches und rechtsradikales Material gefunden worden. Außerdem seien in einem Türrahmen Hakenkreuze eingeritzt gewesen.
Die beiden Männer waren vor einigen Wochen während einer gewaltsamen Demonstration in Essen aufgefallen. Dabei wurden auch ihre Personalien aufgenommen. Die weiteren Ermittlungen führten am Mittwoch zur ihrer Festnahme. Der Anschlag auf die Synagoge hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, weil er rechtsextremistischen Gewalttätern zugeschrieben worden war. Zudem wurde die Tat als Symbol für das Wiederaufleben rechter Gewalt und antisemitischer Tendenzen in Deutschland interpretiert.
n-tv online
Anschlag auf Synagoge ist aufgeklärt
Düsseldorf. Zwei Araber sind als Täter in U-Haft. Ihr Motiv: Sie wollten ein Signal gegen die Kämpfe zwischen Israelis und Palästinensern setzen. Gut zwei Monate nach dem Brandanschlag auf die jüdische Synagoge in Düsseldorf sind die beiden mutmaßlichen Täter festgenommen und in U-Haft. Generalbundesanwalt Kay Nehm erklärte gestern in Düsseldorf, bei den Männern handele es sich um den 20jährigen Khalid Z., einen gebürtigen Marokkaner mit deutschem Pass, sowie den in Jordanien geborenen Staatenlosen Belal T. (19). Beide hätten die Tat gestanden. Bei ersten Vernehmungen gaben beide als Motiv an, sie hätten mit ihrer Tat auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern reagieren und dagegen ein Zeichen setzen wollen. Nach den derzeitigen Ermittlungen schleuderten beide am 2. Oktober gegen 23.45 Uhr zunächst einen Baustein gegen die Fassade der Synagoge an der Zietenstraße und dann drei so genannte Molotow-Cocktails. Zum Glück griffen die Flammen nicht über, und es entstand nur geringer Sachschaden. Der Anschlag hatte seinerzeit als Tat Rechtsradikaler gegolten und bundesweit eine Welle der Empörung ausgelöst. Auf die Spur der beiden war die Polizei bereits fünf Tage später gekommen, als bei gewaltsamen Ausschreitungen an der Synagoge in Essen die Personalien von Khalid Z. und Belal T. polizeilich festgestellt worden waren. Nach "sehr mühevollen Ermittlungen und viel Kleinarbeit", so Nehm, habe sich der Verdacht gegen die beiden in Düsseldorf Wohnenden so verdichtet, dass bei ihnen Haussuchungen durchgeführt wurden. Dabei wurden in einer Wohnung antisemitische Schriften und ein Hitlerbild sichergestellt sowie in einen Türrahmen eingeritzte Hakenkreuze entdeckt. Eine Verbindung zu rechtsextremen Kreisen sei aber nicht ersichtlich sagte Nehm. NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) zeigte sich gestern erleichtert: "Ich bin sehr froh, dass der verabscheuenswürdige Brandanschlag durch die intensiven Ermittlungen der Düsseldorfer Polizei aufgeklärt ist." Behrens betonte allerdings, dass der Schutz jüdischer Einrichtungen weiterhin hohe Priorität habe, "auch wenn diesmal die Täter aus einem anderen Umfeld kommen".
Von Horst Kuhnes und Tanja Wolf
WZ Online
Anschlag auf Synagoge galt Israel
Düsseldorf (schö/NRZ). Nach der Verhaftung zweier arabisch-stämmiger Männer, denen der Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge zur Last gelegt wird, hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, vor einer "Verharmlosung des Rechtsextremismus" gewarnt. Als Reaktion auf die überraschende Erfolgsmeldung durch Generalbundesanwalt Kay Nehm sagte Spiegel, er sehe "bedrohliche Kräfte" hinter den mutmaßlichen Tätern. Die 19 und 20 Jahre alten Männer waren am Mittwoch in ihren Düsseldorfer Wohnungen verhaftet worden. Einer von ihnen hat die deutsche Staatsangehörigkeit, der andere ist staatenlos. Sein Duldungsrecht in Deutschland ist seit wenigen Tagen abgelaufen. Beide gestanden weitgehend, in der Nacht zum 3. Oktober einen Stein und drei Brandsätze auf die Synagoge geworfen zu haben. Als Motiv gaben sie Hass auf Israelis an, ausgelöst durch die blutigen Kämpfe zwischen Palästinensern und Israelis im Gazastreifen. In ihren Wohnungen fanden sich nach Nehms Angaben Hakenkreuze, Bilder von Adolf Hitler und rassistische Schriften. Nehm betonte, dass die Tat damit durchaus auch einen rechtsextremistischen Hintergrund habe. Die beiden Männer sitzen in Untersuchungshaft. Sie müssen mit einem Verfahren wegen versuchter, schwerer Brandstiftung rechnen. Nehm glaubt, dass es sich bei den Verhafteten um Einzeltäter handelt, eine Verbindung zu Terrorgruppen, aber auch zum unaufgeklärten Anschlag auf eine Gruppe russischer Juden an einem Düsseldorfer S-Bahnhof gebe es nicht.
Quelle: NRZ online
Zentralrat der Juden nach Aufklärung von Anschlag weiterhin besorgt
Düsseldorf (dpa) Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat auch nach der Aufklärung des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge vor weiterer Gewalt gegen jüdische Einrichtungen gewarnt. «Von jüdischer Seite aus besteht auch nach der Festnahme der beiden mutmaßlichen Täter kein Grund zur Erleichterung», sagte Spiegel der dpa. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) betonte am Rande des EU-Gipfels in Nizza: «Die Strategie der Bundesregierung gegen Rechtsradikalismus wird sich nicht ändern.» Der Anschlag von Düsseldorf sei nach wie vor ein Verbrechen. Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte am Donnerstag in Düsseldorf mitgeteilt, im Zusammenhang mit dem Anschlag von Anfang Oktober seien ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20-jähriger Marokkaner mit deutschem Pass festgenommen worden. Gegen beide weitgehend geständigen Männer habe der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof Haftbefehl erlassen. Bei Wohnungsdurchsuchungen der beiden Verdächtigen sei auch antisemitisches Schriftmaterial gefunden worden, berichtete Nehm. Spiegel sagte der dpa, er fürchte, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen noch größer geworden sei. Es müsse mit einer Bündelung rechtsradikaler und fanatischer nahöstlicher Kräfte gerechnet werden. Hinter den Anschlägen auf jüdische Menschen und Einrichtungen innerhalb Deutschlands steckten «bedrohliche und gefährliche Kräfte». Dass die Ausschreitungen im Nahen Osten nun auch nach Deutschland getragen würden, sei nur ein weiterer Grund zur Besorgnis. Die beiden 19 und 20 Jahre alten Männer waren bereits fünf Tage nach dem Düsseldorfer Anschlag in Essen während einer Demonstration gegen die Gewalt im Nahen Osten ins Visier der Fahnder geraten. Dabei sollen beide an Ausschreitungen gegen die dortige alte Synagoge beteiligt gewesen sein. Die Brandsätze waren in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit auf das jüdische G"tteshaus in Düsseldorf geworfen worden. Eine Anwohnerin hatte die Flammen beherzt gelöscht, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten. Der Anschlag hatte seinerzeit weltweit Aufmerksamkeit erregt.
Quelle: Computerbild online
Anschlag auf Synagoge aufgeklärt? / Jüdische Gemeinde erleichtert
Racheakt von zwei Arabern?
Düsseldorf (AP/dpa/lnw). Der Anschlag auf die Düsseldorfer Synagoge ist offenbar aufgeklärt. Nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks vom Donnerstag sind zwei Männer unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Die Polizei hat einen 19 Jahre alten Palästinenser und einen 20-jährigen Marokkaner als Tatverdächtige ermittelt.
Bundesanwaltschaft und Polizei wollten den Bericht nicht kommentieren, kündigten aber für 15 Uhr eine Pressekonferenz an, an der auch Generalbundesanwalt Kay Nehm teilnehmen will. Hintergrund der Tat sollen die Unruhen im Gaza-Streifen sein.
Einer soll schon gestanden haben. Auslöser sei die Erschießung eines kleinen Jungen durch israelische Soldaten am 22. September gewesen. Die Bilder gingen damals um die Welt. Aus Zorn über den Tod des Jungen hätten beide Männer beschlossen, sich an den Israelis zu rächen, so der WDR. In der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit sollen sie dann Brandsätze auf das jüdische G"tteshaus in Düsseldorf geworfen haben. Eine beherzte Anwohnerin konnte die Flammen löschen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) war an den Tatort geeilt und hatte angesichts der zahlreichen fremdenfeindlichen und antisemitischen Taten in Deutschland einen "Aufstand der Anständigen" gefordert. Die Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen waren nach der Tat verschärft worden.
Der Anschlag auf die Synagoge hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, weil er rechtsextremistischen Gewalttätern zugeschrieben worden war und als Symbol für das Wiederaufleben rechter Gewalt und antisemitischer Tendenzen in Deutschland interpretiert wurde.
Jüdische Gemeinde Düsseldorf erleichtert
In der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs haben die Festnahmen der mutmaßlichen Täter des Brandanschlages auf die Synagoge Erleichterung ausgelöst. "Ich bin heilfroh, dass die vermeintlichen Täter gefasst sind", sagte der Direktor der jüdischen Gemeinde Michael, Szentei-Heise, auf Anfrage am Donnerstag der dpa.
Die Ungewissheit habe der Gemeinde nicht gut getan. Er sei erschüttert über den Anschlag. Dabei spiele es keine Rolle, ob deutsche Rechtsradikale oder Palästinenser die Brandsätze geworfen hätten. "Es ist eine Katastrophe, dass die Palästinenser, wenn sich die Verdächtigen als die Täter herausstellen, die Streitigkeiten aus dem Gaza-Streifen auch in Deutschland austragen", sagte Szentei-Heise.
In Erfurt hatten drei Rechtsextreme am Tag des Hitler-Geburtstages am 20. April zwei Molotowcocktails gegen die dortige Synagoge geworfen. In Düsseldorf waren im Juli zehn überwiegend jüdische Übersiedler aus der früheren Sowjetunion bei einem Bombenanschlag an einer S-Bahn-Station teilweise lebensgefährlich verletzt worden. Die Täter sind nach wie vor nicht gefasst.
Behrens froh über Klärung
Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) hat sich zufrieden über die Klärung des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge geäußert. "Ich bin sehr froh, dass der feige und verabscheuungswürdige Brandanschlag geklärt ist", sagte Behrens am Donnerstag in Düsseldorf. Es sei aber kein Grund zur Entwarnung, dass der Brandanschlag offensichtlich keinen rechtsextremen Hintergrund habe.
Behrens dankte der Düsseldorfer Polizei für ihre intensiven und konsequenten Ermittlungen. Das Ergebnis zeige, "dass es falsch ist, in solchen Fällen vorschnell einseitige Schuldzuweisungen anzustellen". Behrens wies aber darauf hin, dass über die Motive der beiden jungen Männer noch nichts bekannt sei. Es erleichtere die Sicherheitslage in Deutschland nicht, wenn jetzt Konflikte aus dem Nahen Osten in Deutschland ausgetragen würden.
Quelle: Düsseldorf Today
Racheakt von zwei Arabern?
Düsseldorf (AP/dpa/dto). Ein 19-jähriger staatenloser Jordanier und ein 20- jähriger gebürtiger Marokkaner mit deutschem Pass sollen am 2. Oktober die Brandsätze auf die Synagoge in Düsseldorf geworfen haben. Das bestätigte Generalbundesanwalt Kay Nehm am Donnerstag in Düsseldorf. Gegen sie sei Haftbefehl wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung ergangen. Beide sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Hintergrund der Tat sollen die Unruhen im Gaza-Streifen sein. Einen Zusammenhang zwischen dem Brandanschlag und dem Bombenattentat an der Ackerstraße konnte die Polizei nicht feststellen.
Der 19 jährige Auszubildende Jordanier Belal T. und der 20-jährige arbeitslose Marokkaner Khalid Z. sind bereits am Mittwoch nach Hausdurchsuchungen in Düsseldorf festgenommen worden. Die in Düsseldorf lebenden haben den Anschlag im wesentlichen gestanden. Nach den derzeitigen Erkenntnissen schleuderten die beiden über einen etwa zwei Meter hohen Schutzzaun gegen den Eingangbereich der Synagoge zunächst einen Baustein aus Kalksand und danach drei sogenannte Molotowcocktails. Dabei handelte es sich um eine Mineralwasserflasche und zwei Bierflaschen, die gefüllt waren mit einer leicht entflammbaren Flüssigkeit. Bei dem Versuch, das jüdische G"tteshaus in Brand zu setzen, scheiterten die Beschuldigten an dem Zugangsbereich der Synagoge, der aus Sicherheitsglas und Mauerwerk besteht, so dass nur geringer Sachschaden entstand. Als Motiv gaben sie an, dass sie auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen am 28. September zwischen Israelis und Palästinensern demonstrieren wollten. Sie wollten damit ein Zeichen setzen. Mit den beiden mutmaßlichen Tätern war auch ein dritter Mann festgenommen worden, der sich aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß befindet, da sich kein Tatverdacht ergeben habe, so die Bundesanwaltschaft.
Die beiden Festgenommen waren der Polizei vor dem Anschlag nie aufgefallen. Fünf Tage nach dem Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge waren die beiden allerdings nachweislich an gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Alte Synagoge in Essen beteiligt. Dabei wurden ihre Personalien festgehalten und überprüft. Damit hatte die Polizei eine erste Spur. Nach mehrfachen Vernehmungen verwickelteten sich die beiden in Widersprüche und die Tat schließlich gestanden. Während der Ermittlungen kam es zu Hausuntersuchungen bei den Tatverdächtigen. Hierbei fand die Polizei antisemitisches Schriftmaterial sowie ein Bild von Adolf Hitler, auf dem mit falscher Rechtschreibung "Sieg Heil" stand. Bisher schließt die Polizei eine Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe allerdings aus.
Einer der mutmaßlichen Täter soll konkret die Erschießung eines kleinen Jungen durch israelische Soldaten am 28. September als Tatmotiv genannt haben. Die Bilder gingen damals um die Welt. Aus Zorn über den Tod des Jungen hätten beide Männer beschlossen, sich an den Israelis zu rächen, berichtete der WDR. In der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit sollen sie dann Brandsätze auf das jüdische G"tteshaus in Düsseldorf geworfen haben. Eine beherzte Anwohnerin konnte die Flammen löschen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) war an den Tatort geeilt und hatte angesichts der zahlreichen fremdenfeindlichen und antisemitischen Taten in Deutschland einen "Aufstand der Anständigen" gefordert. Die Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen waren nach der Tat verschärft worden.
Der Anschlag auf die Synagoge hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, weil er rechtsextremistischen Gewalttätern zugeschrieben worden war und als Symbol für das Wiederaufleben rechter Gewalt und antisemitischer Tendenzen in Deutschland interpretiert wurde.
Paul Spiegel: "Kein Grund zur Erleichterung"
Währenddessen erklärte der Zentralrat der Juden Paul Spiegel, dass "aus jüdischer Seite kein Grund zur Erleichterung bestehe". "Ich fürchte, dass die Gefahr für jüdische Einrichtungen sogar noch größer geworden ist", sagte Spiegel. Dass die Ausschreitungen im Nahen Osten nun auch nach Deutschland getragen würden, sei nur ein weiterer Grund zur Besorgnis.
In Erfurt hatten drei Rechtsextreme am Tag des Hitler-Geburtstages am 20. April zwei Molotowcocktails gegen die dortige Synagoge geworfen. In Düsseldorf waren im Juli zehn überwiegend jüdische Übersiedler aus der früheren Sowjetunion bei einem Bombenanschlag an einer S-Bahn-Station teilweise lebensgefährlich verletzt worden. Die Täter sind nach wie vor nicht gefasst. Einen Zusammenhang zwischen Brandanschlag und dem Bombenattentat an der Ackerstraße konnte die Polizei am Donnerstag nicht bestätigen.
Quelle und Bilder: Düsseldorf Today
