Forum
Für Ihre Meinung haben wir ein Forum errichtet. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Kommentare über den Brandanschlag und allem, was dazu gehört mitteilen.
Dieses Forum wurde eingerichtet, damit Ihre Stimmen auch Anklang finden. Wir erhalten viele Mails von Ihnen, in denen Sie Ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Wir freuen uns, Ihre Meinungen nun auch hier veröffentlichen zu können.
Jüdische Gemeinde Düsseldorf
Firma COMdidact
Hinweis: Das Datum ist das Datum der Veröffentlichung, nicht des Eingangs der Mails.
06.11.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal meine Glückwünsche. Ich finde Ihre WWW-Seite gelungen. Übersichtlich aufgebaut, mit (noch nicht vollständig entdecktem) Wissenswerten über ihre Religion. Nun zum aktuellen Anlass: der Umgang mit Menschen in der rechten Szene beunruhigt mich zutiefst (ist eigentlich noch zu schwach formuliert). Zum einen wird dem tatsächlich aggressiven Kern dieser Bewegung eine Unmenge an Öffentlichkeit zuteil (Beschimpfungen und Verunglimpfungen werden sie nur als Bestätigung und Existenzrechtfertigung empfinden!) und zum anderen werden bei dieser Gelegenheit auch alle diejenigen mit in ein und dieselbe Schublade gesteckt, die im Punkto Einwanderungsgesetz und ähnlichen Themen eine von der derzeitigen hysterischen öffentlichen Diskussion abweichende Meinung vertreten. Vielleicht irre ich mich ja, aber es kommt mir so vor, als ob mit der intensiv entfachten (m.E. unsachlichen) Diskussion dieser Themenkreise die Bemühungen militanter rechter Kreise um Aufmerksamkeit eher noch intensiviert wurden. Noch nie in der Nachkriegszeit wurden speziell gegen jüdische Einrichtungen derart viele Anschläge verübt.
Und noch etwas: ich denke, dass die Themen Ausländerhass und Judenhass und vor allen Dingen die Ablehnung des derzeitigen Asylrechts (im Kontext mit dem nicht vorhandenen Einwanderungsgesetz) natürlich unterschieden werden müssen!
Hass ist immer ein übles, jedoch leider sehr verbreitetes menschliches Phänomen (siehe auch Naher Osten). Vor allem ist er aber der schlechteste Ratgeber, den ich mir denken kann. So verbreitet der Hass ist, so unterschiedlich sind die Gründe. Religion, Aussehen, Persönlichkeit, Erfahrungen.....
All diese Dinge können Menschen zum Hassen veranlassen.
So kann es denn auch nicht sein, dass Menschen ausschließlich wegen Ihrer Andersartigkeit gehasst werden. Die Ausländerproblematik existiert doch heute nicht mehr (Ausnahmen bestätigen die Regel) für Briten, Franzosen und Niederländer etc., sondern für Vietnamesen, Schwarzafrikaner und Kurden etc.!
Die Ursachen, so meine ich, sind offensichtlich in unserer Asylgesetzgebung zu suchen (gehen Sie mal in einen Chat, beispielsweise wenn die Christiansen wieder so ein Thema bearbeitet hat - dort werden Sie diese Behauptung unterstützt finden). Derartige Meinungen machen das Gros der Diskussion aus und werden gelegentlich als Stammtischgeschwafel abgetan. Der brandenburgische Innenminister hatte es mit “Sie (die Kosovaren) sollen lieber nach Hause gehen und die Hand anlegen, als hier zu bleiben und die Hand aufzuhalten“ etwas drastisch auf den Punkt gebracht. In solchen o.g. Foren werden Sie zwar nach der derzeitigen (ver)öffentlich(t)en Meinung eindeutig ausländerfeindliche Meinungen finden, aber nach antisemitischen Äußerungen vergeblich suchen. Dies wundert mich nicht, denn ich denke, dass der Antisemitismus auf ganz anderem Boden wächst. Er wurde im 3. Reich mit „Erfolg“ kultiviert und ist längst nicht tot. Der militante Teil der rechten Szene ist Ausdruck hierfür, nichtdenkend, aufklatschend, randalierend. Solch ein militanter Teil ist in verschiedenen Schattierungen und religiösen Spielarten rund um die Welt präsent, er beschränkt sich durchaus nicht nur auf die Naziideologie oder auf Deutschland. Ein guter Bekannter (Direktor eines Gymnasium) war bei Gasteltern einer Patenschule in „Palästina“ zu Besuch. Er wurde von den Kindern mit „Heil Hitler“ begrüßt, was nicht einmal sarkastisch gemeint war. In dieser Familie war man tatsächlich der Auffassung, dass das Naziregime zu wenig Juden vergast hätte!
Es gibt aber auch Beispiele fundamentalistischer Juden, die sehr wohl militant gegen Nichtjuden und Außenseiter vorgehen. Oder nehmen Sie das Trauerspiel in Ex-Jugoslawien, oder, oder, oder.... Was kann ein moderner Europäer denn schon gegen Juden haben? Er muss ja ihre Religion nicht teilen, sondern nur akzeptieren. Jüdische Menschen leben seit vielen Generationen (unterbrochen durch das 3. Reich mit unsäglichem Leid) in Europa und haben zum Wohlstand erheblich beigetragen. Wir sollten die Kirche (und die Synagoge) im Dorf lassen, zu einer sachlichen Diskussion zurück finden und nicht ständig versuchen andere Menschen in Schubkästen zu stecken, in denen sie sich nicht wohl fühlen.
Die derzeit angedachten Demonstrationen tragen dazu aber leider nicht bei. Sie werden von politischen Gruppierungen instrumentalisiert, verflachen die Thematik unzulässig und verdummen das Volk noch mehr als es dies eh schon ist. Natürlich kann man rechtfertigend einwerfen, dass nur so die Massen auf die Straße zu bringen sind und man hat dabei wahrscheinlich sogar recht. Aber bitte bedenken Sie, dass man sich dann in die gleiche Ebene begibt, auf der ein Adolf Hitler die Massen hinter (oder vor) sich versammelt hat!!! So rein aus dem Bauch...
Mit freundlichem Gruß
Martin Kammlott
26.10.2000
Ich finde es eine Sauerei, dass solche radikalen Wirrköpfe (anders kann man sie nicht mehr bezeichnen) frei rumlaufen und Synagogen anzünden. Ich verstehe nicht, 1. was sie davon haben und 2. warum sie das tun und von wem sie dazu ermutigt werden. Diejenigen, die so etwas tun, haben doch keine Ahnung, was sich damals abgespielt hat und sie waren auch nicht dabei. Meistens sind sie noch zu jung und zu grün hinter den Ohren um das zu verstehen. Es gibt nur eine Lösung: Sperrt sie ein und werft den Schlüssel weg.
Verfasser/in der Redaktion bekannt
26.10.2000
Liebe jüdische Gemeinde!
Die Nachricht von dem Anschlag hat mich wirklich sehr schockiert!!!! Und da ist die große Mehrheit meiner Meinung!!!! Es war damals in der Hitler Zeit viel zu schlimm!!! Das darf nicht wiederkommen!!!!! Es kann nicht angehen, dass Juden in Deutschland nicht in Ruhe und Frieden Leben können. Ich finde es wirklich schlimm, dass es noch Menschen gibt, die wie damals Hitler denken!!!! Diese Leute müssen gestoppt werden. So etwas darf es nicht mehr geben!!!!! Unsere Klassenlehrerin hat auch direkt nach den Ferien mit uns darüber geredet und keiner der 25 Schüler aus meiner Klasse fand es in Ordnung, was da passiert ist!!!
Es haben sich alle darüber aufgeregt. In den anderen Klassen war es auch nicht anders!!! Ich hoffe, dass so etwas NIE wieder passiert, denn dass ist alles andere als fair!!!! Die große Mehrheit steht hinter ihnen!!!!!
Mit freundlichen Grüßen
Simone (15)
21.10.2000
Liebe Freunde!
Seit ca. 3 Jahren bin Mitglied des Kuratoriums für eine Begegnungs- und Dokumentationsstätte in
Herford zum Erinnern, Forschen und Gedenken. Unser Kuratorium hat sich zur Aufgabe gemacht gegen das Vergessen zu wirken. Unsere Mitglieder setzen sich aus Privatpersonen und verschiedenen Institutionen zusammen z.B. Ges. f. Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Kulturen in der Region e.V. usw.
Auszug aus unserer Satzung:
In der Dokumentations- und Begegnungsstätte soll die lokale und regionale Erinnerungs- und Forschungsarbeit zur NS-Zeit im Raum Herford stattfinden und der Opfer des NS-Regimes gedacht werden. In der Stätte sollen zu diesen Themen Ausstellungen und andere Veranstaltungen stattfinden. Sie soll als pädagogisch-kulturelles Zentrum ständige Angebot für Schulen, andere Bildungsträger, Vereine und sonstige Interessenten anbieten.
In diesem Sinne habe wir schon viele Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt. Z.B. Eine Aktion war "Jeder Name eine Geschichte" . In dieser sehr erfolgreichen Aktion haben Herforder BürgerInnen und Schulklassen eine "Namenspatenschaft" übernommen. Ziel des Projektes war und ist es, die Namen und das Leben der ermordeten Juden zu wahren. Dieses Erinnern an den einzelnen Menschen hatte viele Gesichter -- wie auch die Menschen, die hinter den Namen standen. Es wurden Bilder gemalt, Briefe an Hinterbliebende geschrieben, es wurde im Stadtarchiv geforscht, Gedichte geschrieben, ein Musikstück wurde komponiert usw.. Die "Ergebnisse" wurden in einem Gedenkbuch veröffentlicht. Dies war nur ein kleiner Ausschnitt unserer Arbeit... In diesem Jahr haben wir auch wieder einige Veranstaltungen, zu denen wir herzlich einladen möchten.
9. November 2000
18 Uhr Mahngang in Herford
Treffpunkt: Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Deichtorwall (Nähe Daniel-Pöppelmann-Haus) Gedenktafel an die Deportation der Herforder Juden an der kleinen Markthallte (Rahthausplatz)
Gedenkstein für die zerstörte Synagoge (Komturstraße)
Den Mahngang gestalten Schülerinnen und Schüler des Kreis Herford und Studenten/Innen der Universität Bielefeld.
9. November
20 Uhr Klavierkonzert für Else Obermeier
Ort: Studio der Nordwestdeutschen Philharmonie (Schützenhof Herford)
Das Klavierkonzert am 9. November mit Werken von Fanny und Felix Mendelssohn, beide in der Zeit des Nationalsozialismus kaum gespielt, ist Else Obermeier, der Herforder Pianistin und Organistin gewidmet. Sie wurde 1942 im KZ ermordet.
11. November
20 Uhr Musik der Synagoge mit dem Leipziger Synagogalchor, der weitgehend unbekannte und vergessene Musik der Synagoge vorstellt.
Ort: Herford, Marienkirche, Stiftberg
Der Leipziger Synagogalchor e.V., in der jahrhundertealten Chortradition des Freistaates Sachsen widmet er sich auf vorbildliche Weise der Pflege und der Bewahrung der synagogaler Musik sowie der jiddischen und hebräischen Folklore in freier Konzertbearbeitung. Der Chor gastierte bereits in den Synagogen von Warschau und Krakau, in Paris, Prag und Breslau. Es gab auch zahlreiche Auftritte im Ausland z.B. Israel, USA, Spanien usw..
20.10.2000
Liebe Jüdische Gemeinde,
es ist mir ein Bedürfnis, an Sie zu schreiben und meine Abscheu und meine Scham zum Ausdruck zu bringen, dass eine solche Tat überhaupt in diesem Land wieder geschehen konnte. Und ich möchte Ihnen zurufen, dass ich glücklich darüber bin, dass es wieder jüdische Gemeindearbeit in Deutschland gibt! Nein, es war kein verkehrter Entschluss, jüdische Gemeinden wieder aufzubauen, wie kann es denn verkehrt sein, dass Menschen in ihrem Land in Freiheit ihre Religion ausüben! Ich beziehe mich dabei auf die Äußerungen von Herrn Spiegel, die mich sehr erschüttert und beschämt haben. Ich bete und mit Ihnen und wünsche mir, dass so etwas nie mehr vorkommen möge. Jeder Anschlag ist ein Anschlag auf die Freiheit und Demokratie dieses Landes, deren Bürger wir hier sind. Es wird daher allerhöchste Zeit, ein gemeinsames Signal zu setzen, dass eine solche Geisteshaltung in unseren Reihen keine Duldung erfährt. Es grüßt Sie Ihre
Martina Sahliger
18.10.2000
Nach der bestialischsten und fürchterlichsten menschlichen und ethischen Entgleisung die der Holocaust darstellt können wir uns als deutsche nur glücklich schätzen, dass es noch Juden gibt die unser Land mit ihrer Anwesenheit und ihrer Kultur bereichern. Umso erschütterter müssen wir, ob der momentanen Situation in Deutschland, zusammenstehen um dem mörderischen und verbrecherischen Treiben gegenüber "Fremden" (die keine sind) Einhalt zu gebieten. Es bestürzt mich und erfüllt mich mit Abscheu zu sehen wie gleichermaßen lapidare und humanistisch irrelevante Themen wie Benzinpreiserhöhung oder Kampfhunddebatte in Deutschland mehr Interesse finden als der kulturelle Auftrag den wir als Folgegenerationen der Naziverbrecher unabdingbar zu erfüllen haben.
Verfasser/in der Redaktion bekannt
16.10.2000
Schalom, sehr geehrte Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Ich bin entsetzt, schockiert und unendlich traurig über diesen unmenschlichen Terror. Letzte Woche war ich in den USA und habe mit Freude berichtet ,dass die jüdischen Gemeinden wieder wachsen und wir im Osten Deutschlands die Synagogen wieder aufbauen. Nun fühle ich mich selber nicht nur betroffen , sondern getroffen durch diese Unmenschlichkeit Ihnen gegenüber. Der Staat selber wird attackiert in seiner Verpflichtung die Grundrechte jedes einzelnen zu gewährleisten und sicherzustellen. Deshalb sind wir alle attackiert. Aber vordringlich dürfen wir nicht zulassen, dass Sie sich nicht wohl und sicher zwischen uns fühlen. Ohne jüdisches Leben sind und wären wir um so viel ärmer. Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Meloch
16.10.2000
Sehr geehrter Herr Spiegel, sehr geehrte Jüdische Gemeinde.
Ich weiß nicht, ob es Ihnen etwas bedeutet, wenn Ihnen nicht-jüdische deutsche Menschen sagen, dass sie entsetzt sind über den Rechtsextremismus, über die bodenlose Dummheit der Gewalttäter, entsetzt über diese dumpfen Gesichter, die so häufig abgebildet werden. Ich kenne persönlich nur einen einzigen Menschen jüdischen Glaubens und das ist die ehemalige Direktorin meines alten Gymnasiums in Dorsten (Kreis Recklinghausen), Schwester Johanna Eichmann (früher hieß sie Ruth Eichmann, der Ursulinenorden verlangt ja die Namensänderung beim Eintritt). Ich habe Schwester Johanna als einen (fast zu) toleranten Menschen kennen gelernt, heute (Abitur ist über zwanzig Jahre her) keinen Kontakt mehr. Schwester Johanna war mit meinen Eltern befreundet und oft bei uns zu Besuch. Mir ist absolut schleierhaft, woher die gesammelten Vorurteile der sogenannten Rechtsextremisten gegen Juden kommen, diese Vorurteile können m.E. nicht grundsätzlich haltbar sein, wenn man einen Mitmenschen jüdischen Glaubens kennen lernt. (Natürlich gibt es wie in allen Völkern auch bei den Juden unsympathische Menschen, oder welche, die kriminell werden etc., aber - wie gesagt - die gibt es überall und dies ist kein (!) Kennzeichen eines bestimmten Volkes).
Durch mein Geschichtsstudium und persönliches Interesse weiß ich einiges über die Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Mir ist unverständlich, wie bestimmte Leute ausgerechnet ein Volk mit so ungeheuer reichem kulturellen Erbe (das die abendländischen Kultur so maßgeblich und positiv mitgeprägt hat) ständig verfolgen (verbal und physisch), wo unsere ansonsten ach so tolerante Gesellschaft doch so viele Randgruppen fördert, die auch nicht annähernd den Stellenwert haben, der den jüdischen Gemeinden zukommt.
Ich bedauere die Übergriffe auf Ihre Synagogen sehr, aber was kann ich als Einzelner tun? Ich habe vier Kinder (20,19,17,14), denen ich in der Erziehung versuche zu zeigen und vorzuleben, dass es absolut keinen Grund für die summarische (=rassistische) Ablehnung eines Volkes oder einer Gruppe Menschen gibt. M.E. kann die Ablehnung immer erst durch persönliche Konflikte zustande kommen, dies gilt in Bezug auf alle Menschen.
Ihnen, Herr Spiegel, möchte ich ganz persönlich sagen, dass ich Hochachtung habe vor Ihrer Entscheidung, öfter mal "Nein" zu sagen und sich nicht von vielen (möglicherweise marginalen) Terminen auffressen zu lassen, damit auch Ihre Familie weiterhin den Ehemann und Vater hat. Dies sage ich Ihnen als Paul Spiegel und nicht als Vorsitzendem des Zentralrates. Mit freundlichen Grüßen
Pia Gzresik
15.10.2000
Liebe Jüdische Gemeinde in Düsseldorf,
von ganzem Herzen möchte ich Ihnen allen mein Mitgefühl und meine Trauer für die Untaten der vergangenen Wochen zum Ausdruck bringen. Obwohl ich großes Verständnis dafür hätte, möchte ich Sie alle bitten, nicht zu verzagen oder gar wegzugehen aus Deutschland. Wir brauchen Sie alle! Falls ich der Gemeinde praktisch helfen kann, lassen Sie es mich wissen! Schalom,
Marianne Schnitzler
15.10.2000
Sehr verehrte Mitbürger !
Auch wir sind nach wie vor entsetzt über die Geschehnisse der letzten Zeit. Wir hoffen das sich alle in Deutschland lebenden jüdischen Mitbürger (aber auch alle anderen ausländischen Mitbürger) NICHT abschrecken lassen, auch wenn man sich wohl nicht unbeeindruckt zeigen kann. Dies wird wohl sicher mindestens bei allen Menschen dieser Welt mit Verstand und zeitgemäßem Denken diese Wirkung erzeugt haben. Wir werden immer hinter Ihnen stehen und gegebenenfalls auch vor Ihnen. Wir sind davon überzeugt, dass gerade wir als junge deutsche Generation eine besondere Verpflichtung Ihnen, aber auch allen anderen Menschen in der Welt gegenüber, die wegen Ihres Glaubens - Ihrer Herkunft - Ihrer Hautfarbe - Ihrer Einstellung oder sonst wie verfolgt werden, wahrzunehmen haben. Grundsätzlich sollte dies in der Welt von heute und morgen eine Pflicht des Menschen an sich sein ! In diesem Sinne
Stephan Miller, Ratingen
14.10.2000
Ich bin 18 und halb deutsch und nordafrikanisch. Ich finde es beschämend was in Deutschland vor sich geht und verstehe nicht warum Menschen solch einen Hass haben können, nur weil ihnen der Glauben anderer Menschen nicht gefällt. Ich bin zwar keine Jude aber ich bin tolerant für jede Religion, jeden Menschen, egal welcher Rasse er angehört. Gerade wir jungen Leute sollten einen großen Teil zur Verständigung beitragen. Ich bekunde hier noch einmal mein Beileid für diese schändliche Tat und bekunde meinen höchsten Respekt für ihren Mut! Lassen sie sich nicht von ein paar "Verrückten" einschüchtern!
Verfasser/in der Redaktion bekannt
13.10.2000
Das "Forum Juden/Christen" in der Stiftung Kloster Frenswegen in Nordhorn arbeitet für ein besseres Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden. Auf unserem ersten Treffen während des neuen Jahresprogramms 2000/01 (Jüdisches und Antijüdisches anhand von Lebensläufen) zeigten sich die Teilnehmer entsetzt über die neuen Anschläge in Berlin, Buchenwald und eben in Düsseldorf. Sie brachten zum Ausdruck: "Wir versichern den bei uns lebenden Jüdinnen und Juden unserer uneingeschränkten Solidarität. Wir werden noch intensiver als bisher unsere Arbeit verstehen als einen Beitrag zu einem besseren Verstehen des Judentums, seiner Religion, Geschichte, Tradition, Lebensweise, seines gar nicht zu unterschätzenden Beitrags zu unserer Kultur und Zivilisation. Wir wünschen allen Jüdinnen und Juden in unserem Land (und darüber hinaus!) eine ungekränkte Existenz. Gerade das anstehende Jom-Kippur-Fest sollte auch für Nichtjuden Anlass bieten, über das nachzudenken und dem nachzustreben, was Versöhnung befördert."
Wir wünschen der Gemeinde Düsseldorf: Schalom!
Forum Juden/Christen - Gerhard Naber - Nordhorn
12.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren der Jüdischen Gemeinde,
Ich möchte Ihnen meine Sympathie aussprechen und Sie bitten trotz alledem in Deutschland zu bleiben. Ich versuche mir vorzustellen wie furchtbar die Ereignisse der letzten Wochen und Monate gerade für Sie in Düsseldorf aber auch an anderen Orten in Deutschland und - wie ich jetzt gehört habe - sogar auch in Frankreich sein müssen. Ich bin ziemlich erschüttert darüber, dass der rechte Terror hier wieder Fuß fassen kann. Ich verstehe nicht, warum ein noch nicht einmal zwanzigjähriger "Deutscher" so widerwärtige Dinge tun kann. Wenn das Elternhaus vielfach schon nicht in der Lage ist mit die jungen Menschen über die deutsche Vergangenheit und den Holocaust zu reden, so sind mindestens die Schule und wir, die wir meinen Lehren aus der Geschichte gezogen zu haben, aufgefordert Aufklärung zu leisten und uns an Ihre Seite zu stellen. In diesem Sinne will ich handeln. Liebe Grüße und ein herzliche Schalom Ihr
Günter H. Heyn
11.10.2000
Sehr geehrte Mitglieder der jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
der Anschlag auf Ihre Synagoge vor zwei Tagen ist eine feige Tat, die unser gesamtes Gemeinwesen trifft, das sich als Rahmen für ein freies, selbstbestimmtes Leben aller versteht. Da eine solche Tat den Anschein erweckt, dass nur eine kleine Gruppe, in diesem Fall Sie, betroffen und bedroht ist, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen meine Solidarität mitzuteilen. Jeder in dieser Republik, der meint, das ginge ihn nichts an, der hat sich geirrt: ein rechtsradikal motivierter Anschlag auf Ihre Synagoge ist immer auch ein Anschlag auf die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen in diejenigen, die bedroht werden und einen schweigenden Rest. In der Hoffnung, dass wir möglichst schnell Wege finden, diese unheilvolle Entwicklung rechtsradikalen Gewalttaten zu stoppen, schicke ich Ihnen meine Grüße
Franziska Glasmann aus Köln
10.10.2000
Schalom liebe Freunde!
Ich hoffe ich habt nichts gegen diese Anrede -- für mich seit Ihr Freunde!!! In diesen Tagen möchte ich Euch mein tiefstes Mitgefühl mitteilen und Euch sagen, dass meine Gedanken bei Euch sind. In den Nachrichten wurde wieder von einem neuen Anschlag auf eine Synagoge berichtet und ich konnte mich meiner Tränen nicht wehren über diese abscheulichen Anschläge kann man nur mit Verachtung und mit der vollen Härte des Rechtsstaates reagieren! Für solche Menschen darf es kein Pardon geben!!!
Besonders bestürzen mich Gedanken wie, " ... ist ein jüdisches Leben in Deutschland überhaupt möglich?". Einerseits kann ich es verstehen -- was den Juden in Deutschland angetan wurde und jetzt wieder angetan wird. Vielleicht sind es nicht diese Gedanken, die mich bestürzen...! Sondern viel mehr ist es die Angst, das diese Nazi-Schweine ihr Ziel erreichen...! Das diese "Menschen" uns beherrschen... Sind das überhaupt Menschen...? Ich kann einfach keinen klaren Gedanken fassen. Im Moment weiß ich nur ---- dass auch ich Angst habe. Angst um die vielen ausländischen Mitbürger. Angst um die vielen Minderheiten. Angst um Menschen, die Politik machen. Angst um...
Angst --- ganz besonders um Euch!
Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem jüdischen Glauben und ich bin der festen Überzeugung, dieses war auch der Wille des Herrn. Irgendwann hatte ich eine Münze aus Israel in der Hand und dann fragte ich mich " Was weißt Du über den jüdischen Glauben?" Gar nichts wusste ich --- bis zu diesem Tag. Und ich danke dem Herren, denn er hat mir meine Augen geöffnet. Ich weiß auch nicht warum ich das schreibe. Wahrscheinlich denkt Ihr, dass das etwas albern ist. Für mich ist der Glaube allerdings etwas sehr wichtiges!!! Entschuldigt bitte meine Gedankensprünge!
Zum Schluss möchte ich Euch noch sagen, dass die jüdischen Bürger sehr viele Freunde in Deutschland haben und wir Euch brauchen!!! Vielen Dank das es Euch gibt!!!
Jochen Krössin aus Bielefeld
10.10.2000
Die Konfliktberaterin der Polizei, Barbara Maria Ostermann, ruft zur "Zivilcourage gegen rechts" auf. Sie lädt am 3. November 300 Düsseldorfer zu einer dreitägigen Bürgerveranstaltung in die Hulda-Pankok-Gesamtschule ein, um gemeinsam Strategien für "beherztes Eingreifen" gegen rechte Täter und gegen den Rassismus im Alltag zu entwickeln. Die Polizei verteilt jetzt 60 000 Infoblätter in der Stadt, um auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen. Die Eröffnungsrede hält der bekannte Fotograf Ross Feltus, der auch über seine Erfahrungen als Ausländer in Düsseldorf berichtet.
Wer teilnehmen will, kann sich bei der Polizei unter der Telefonnummer Tel: 870 88 89 anmelden.
09.10.2000
Schalom,
ich hatte hier bereits meine Meinung zu diesem feigen Anschlag geschrieben. Was mir nach dem Lesen der anderen Beiträge spontan einfällt wäre folgendes: Warum veranstaltet man nicht eine Mahnwachenwelle? Soll heißen, dass man im wöchentlichen Wechsel vor immer zwei oder drei verschiedenen Synagogen in Deutschland eine Mahnwache oder eine Menschenkette als Zeichen des Schutzes und der Solidarität mit den Juden und anderen Gruppen setzt. Ich bin jetzt einfach mal so mutig und setze meine email-Adresse hier rein und hoffe, dass sich viele Menschen bei mir melden werden, die diese Aktion DAUERHAFT mitmachen. rheinhauser@hotmail.com. Nur durch aktives Handeln kann man was erreichen, nicht durch reden. Das müsste man doch spätestens vor zehn Jahren gesehen haben, das aktives Handeln ein ganzes Regierungssystem umgekippt hat. Wenn Kerzen Regierungen kippen können, warum sollen Kerzen dann nicht auch so verblendete Menschen abschrecken??? Ich hoffe wirklich, dass sich so viele Leute wie möglich aus ganz Deutschland bei mir melden würden und man mit der Aktion schon bald beginnen kann. Schließlich kommen in nächster Zeit ein paar jüdische Feiertage an denen man bereits damit beginnen könnte. Mit freundlichen Grüßen
Mathias Plös
09.10.2000
Ich bin entsetzt, traurig und wütend über den Ungeist, der in diesem Land herrscht, und der offensichtlich nicht auszumerzen ist. Elternhäuser, Schulen und Universitäten haben versagt. Spricht denn keiner mehr mit seinen Kindern über diese grauenerweckende Vergangenheit ? Was wurde doch für ein unsägliches Leid über die Menschen Europas verschüttet, ausgehend von diesem Volk, in das ich nach dem Kriege geboren wurde, dessen ich mich schämen muss, wo ich doch die Hoffnung hatte, das wir, die Deutschen aus der Geschichte gelernt hätten.
Wir müssen diesen braunen Mob besiegen ohne juristische Spitzfindigkeiten. Bei Nazis darf es keine Verharmlosung oder Verniedlichung geben. Sie müssen mit aller rechtstaatlich Härte ohne jegliche Nachsicht angepackt werden und so lange aus der Öffentlichkeit verbannt werden, bis sie ihre Lektion gelernt haben.
H. Klussmann
09.10.2000
Liebe Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
es es traurig, dass sich Menschen wieder fürchten müssen. Nein, Prediger Salomons, keine Zeit soll es geben für Rassisten! Immer einen Platz gedeckt am Tisch. Mit beschämten Grüßen
Dr. Arndt Büssing
09.10.2000
"Liebe Jüdische Gemeinde in Düsseldorf,
heute morgen habe ich von dem, wenn auch fehlgeschlagenen, Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge gehört. Leider hat sich dieses Land in einer Weise verändert, dass diese Tat keine unfassbare Einzeltat mehr darstellt und von daher weder Überraschung noch Fassungslosigkeit und Wut bei mir hervorrufen konnte. Im Augenblick empfinde ich einfach nur Hilflosigkeit, Schmerz und Abscheu für die Tat.
Mir sind heute so einige Gedanken durch den Kopf geschossen. Der erste natürlich die Erinnerung daran, dass 1938 schon einmal eine Synagoge in Düsseldorf gebrannt hat. Etwas, an dass heute der Gedenkstein auf der Kasernenstrasse erinnert, und etwas, von dem ich gehofft hatte, dass es in meiner Heimatstadt nie wieder passieren würde. Dann die Erinnerung daran, dass ich auf dem Leibniz-Gymnasium mit einem Mitglied aus der Jüdischen Gemeinde in eine Klasse gegangen bin, dass auf unserer Schule weitere Mitschüler jüdischen Glaubens waren und dass sich Paul Spiegel ebenfalls in dieser Schule engagiert hat. Ja, und damit war der Bogen gespannt zu Paul Spiegel, der nicht nur in der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf seine Heimat hat, sondern heute auch Vorsitzender des Zentralrats der Juden ist.
Von daher ist dieser feige Anschlag von heute Nacht auf die Synagoge an der Zietenstrasse voll von schmerzlicher Symbolik für mich.
Ich denke nicht, dass Deutschland ein "fremdenfeindliches" Land geworden ist (wobei der Begriff "fremdenfeindlich" von daher in diesem Fall nicht so trifft, weil Deutsche jüdischen Glaubens keine Fremden sind), aber ich beobachte schon, dass neben der Öffnung Deutschlands auch eine andere Entwicklung stattfindet, die den Boden für solche Taten bereitet. Und diese Entwicklung sehe ich darin, dass ein gewisses Denken wieder gesellschaftsfähig geworden ist, und nicht mehr als anstößig empfunden wird. Leider muss ich das auch in meinem Umfeld feststellen, was mich betrübt. Aber mit Gegenargumentieren komme ich da leider nicht weiter. Ursachen für diese Entwicklung sind sicherlich in verschärften sozialen Problemen der Menschen zu sehen, insbesondere aber auch in der katastrophalen Jugendpolitik. Das ist allerdings nur eine Erklärung und entschuldigt nichts.
Es hat mich beispielsweise entsetzt, als ich bei RP-Online folgendes gelesen habe: Nachdem die Polizei am Angermunder Baggerloch mehrere Jugendliche festgenommen hatte, die dort mit Fahnen einer rechtsextremistischen Partei aufgetreten sind und rechtsextremistische Parolen gegrölt haben, war der einzige Kommentar der Eltern: Wir freuen uns, wenn Sie mit Gleichgesinnten wandern und singen gehen... Das ist entlarvend und symptomatisch für die gegenwärtige Lage.
Warum erzähle ich Ihnen das alles? Ich möchte dieses unselige Schweigen durchbrechen, in dem man als Einzelner gefangen ist, und nicht zu der schweigenden Mehrheit gezählt werden, von der niemand weiß, was sie wirklich meint - ob sie stillschweigend zustimmt oder nicht... Und ich möchte Ihnen zeigen, dass Sie nicht alleine sind, dass Sie Unterstützung haben.
Das ist nur ein kleines Zeichen, aber mit Zivilcourage ist es wie immer nicht so einfach. Politiker, wie Heide Simonis, fordern das natürlich, aber wenn man Zivilcourage zeigt und dabei dann Probleme kriegt, ist man plötzlich ganz alleine - von Politik, Polizei und Landesbehörden verlassen. Dies zeigt nicht zuletzt das jüngste Beispiel einer Frau, die mehrere Jahre vor Gericht um Ihre Entschädigungszahlung von Land NRW kämpfen musste, nachdem sie einen irreparablen Augenschaden bei dem Versuch erlitten hatte, einer farbigen Frau zu helfen, die angegriffen wurde.
Von daher ist noch viel zu tun in diesem Land. Reden müssen zu Taten werden und dürfen nicht in Ritualen erstarren, die einzig und allein der eigenen Beruhigung dienen. Leider ist das Thema "Rechtsextremismus" aus den Medien und der Öffentlichkeit bereits wieder verdrängt, nachdem es zunächst im Sommerloch eine übertriebene Hysterie gegeben hat. Einer differenzierten Behandlung der Problematik ist damit der Boden entzogen. Dabei wäre dies sehr wichtig. In der Politik und im Denken muss sich einiges ändern. Vor allem muss den Menschen auch deutlich gemacht werden, wo extremistisches Denken und Gewalt in letzter Konsequenz hinführen. Ich denke, ein einfacher Blick auf den Balkan, insbesondere in den Kosovo, oder auch nach Israel und die Palästinenser-Gebiete genügt. Leider merkt nur kaum einer, dass ihm hier gewissermaßen ein reales Gleichnis gezeigt wird. Intoleranz und Hass führen nur zur gegenseitiger Vernichtung und unendlichem Leid auf allen Seiten. Niemand hat auch nur den geringsten Vorteil davon. Man muss nicht den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, um das zu wissen, man muss nur die "Tagesschau" gucken..."
Verfasser/in der Redaktion bekannt
09.10.2000
Schalom!
Mit Entsetzen und Beschämung haben meine Familie und ich vom feigen Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge reagiert. Es bestürzt mich, dass Sie alle dies in Deutschland noch einmal erleben müssen. Ich möchte Sie bitten, nicht nachzulassen, jüdisches Leben weiter in Deutschland wachsen zu lassen. Sie sind, als das auserwählte Volk G"ttes, für uns als Christen unverzichtbare Mitmenschen in diesem - oft so schrecklichen - Land. Lassen Sie sich nicht von diesen Kriminellen vertreiben!!! G"tt schütze Sie alle!
Ihre Pfarrerin Sylvia Wacker, Wuppertal
09.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit Abscheu und grenzenlosem Zorn haben wir von dem Brandanschlag auf das jüdische G"tteshaus in Düsseldorf erfahren. Wir möchten Ihnen auf diesem Wege unsere Solidarität und unsere Anteilnahme bekunden. Sie werden in diesen Tagen viel Zuspruch erhalten. Wir bekennen uns zu diesen Menschen guten Willens, die dafür einstehen, dass diese Gewalttaten in Deutschland keine Zukunft haben. Wir wollen dafür kämpfen, dass sich unsere jüdischen Freunde in Deutschland willkommen und behütet fühlen. Wir sind uns sicher, dass die gewaltige Mehrheit aller Bürger in Deutschland fremdenfeindliche und antisemitische Aktionen verabscheuen. Leider hat man allzu lange gezögert, den Anfängen zu wehren. Nun wird es allerhöchste Zeit zu handeln. Da wir trotz der schlimmen Vorkommnisse der letzten Zeit entschlossen und hoffnungsvoll sind, möchten wir unsere jüdischen Bürger zur Gelassenheit ermutigen.
Wer sich an jüdischem Eigentum vergreift, wer Synagogen anzündet, wer Friedhöfe schändet, besudelt das Bild dieses Landes, in dem wir alle in Frieden leben wollen, er beschmutzt uns alle. Deshalb fühlen wir uns auch alle verantwortlich, diesem Treiben ein Ende zu setzen.
Mit freundlichen Grüßen
Christa und Wilfried Kessemeier
09.10.2000
Ich möchte meine Abscheu und mein tiefes Bedauern über den Anschlag auf Ihre Synagoge zum Ausdruck bringen und hoffe auf Ihre Kraft und die Unterstützung Aller um trotzdem als Juden in Deutschland weiterhin zu leben.
Rita Fettköther, Hamburg
09.10.2000
Sehr geehrte Mitglieder der jüdischen Gemeinde Düsseldorf!
Mit Beschämung und Bestürzung nehme ich in den letzten Tagen die nicht abreißende Kette von Nachrichten über Anschläge und Schändungen jüdischer Einrichtungen im ganzen Lande auf. Ich möchte Sie bitten, sich nicht aufgrund dieser verabscheuungswürdigen Verbrechen aus dem Leben in
Deutschland zurückzuziehen. Dieses Land braucht Sie und ihre Gemeinden; einerseits, dass die
Vergangenheit nicht vergessen wird, andererseits für einen Weg in die Zukunft. Sie sind ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft in diesem Lande. So wünsche ich ihnen einen guten und ruhigen Jom Kippur.
Sven Pernak
08.10.2000
Liebe Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf,
Liebe Mitglieder der Jüdischen Gemeinden in Deutschland,
wir sind sehr beunruhigt und betroffen über den Brandanschlag auf die Synagoge in Düsseldorf, ebenso wie über die gegenwärtige Serie von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland. Juden müssen und sollen in Deutschland leben - daran darf es keinen Zweifel geben!
Paul Spiegel hat vollkommen Recht mit seinem Appell, dass Juden in Deutschland "hören, wissen und fühlen [möchten], dass die Bevölkerung solche Anschläge und ihren Hintergrund nicht will" - mit dieser Mail möchten wir daher in diesem Sinne ein Zeichen setzen. Mit freundlichen Grüßen
Gundula Caspary und Marcus Stumpf
08.10.2000
Mit großer Betroffenheit haben wir von dem Anschlag auf Ihre Synagoge gehört. Wir haben aus dieser Betroffenheit heraus spontan zu einer Aktion entschlossen, die wir zum 9. November 2000 in unserer Stadt Jever durchführen werden. Diese Aktion trägt die Überschrift: "Licht der Erinnerung". Wir werden in diesem Zusammenhang gegen eine Spende Kerzen an die Jeversche Bevölkerung abgeben mit der Bitte, diese am Abend des 9. Novembers anzuzünden und sie in die Fenster von Privatwohnungen und Geschäftshäuser zu stellen. Wir wollen mit diesem "Licht der Erinnerung" zum einen der Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft gedenken und gleichzeitig ein Zeichen gegen Gewalt, Ausgrenzung, Rassenhass und Menschenfeindlichkeit in "diesem unserem Lande" setzen.
Gerne möchten wir den Erlös der Kerzenaktion der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf zukommen lassen. Bitte nennen Sie uns ein konkretes Projekt, das wir auf diese Weise unterstützen können.
Wir freuen uns über viele positive Reaktionen, die auf die Ankündigung unserer Aktion in der Jeverschen Öffentlichkeit erfolgt sind. Auch die evangelisch-lutherische und katholische Kirchengemeinde werden sich daran beteiligen. Mit freundlichen Grüßen!
Gregor Helms, Pastor
Sehr geehrter Pastor Helms,
die Jüdische Gemeinde Düsseldorf wird in der 42. KW gerne auf Ihr angesprochenes Projekt zurückkommen. Bis dahin erst einmal vielen Dank für Ihr Engagement.
COMdidact (red. für die Jüdische Gemeinde Düsseldorf)
08.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
es fällt mir offensichtlich schwer, in einem Land zu leben, das seine unfassbare braune Vergangenheit fast täglich mit neuen erschreckenden antisemitischen Gewalttaten aktualisiert. Dass "die Täter nur einen Bruchteil der Deutschen ausmachen", kann mich nicht befriedigen. Daher folge ich einem Drang, dem ich nicht widerstehen kann, und schreibe Ihnen: Bleiben Sie *alle* bei uns in Düsseldorf und Deutschland. Kein erneuter Exodus! Geben Sie jedoch gut auf sich und Ihre Kinder acht und auf Ihre Einrichtungen. Wenn ich Ihnen eine Hilfe sein kann, können Sie in den kommenden 30 Jahren mit mir rechnen! Danach werde ich 82 sein und tauge nicht mehr viel... In dieser Zeit werde ich fortfahren, Sie alle zu bewundern und das Judentum und seine wechselvolle Geschichte zu studieren. Und ich mache mein Maul auf, wo immer sich antisemitischen Schatten -- und seien sie noch so blass -- zeigen. Schalom aus Wesel am Niederrhein!
(Verfasser/in der Redaktion bekannt)
08.10.2000
Liebe Mitbürger der jüdischen Gemeinden. Ich bin sehr besorgt über die Verbrechen die gegenüber Mitmenschen ihres Glaubens geschehen, ich bin wirklich tief besorgt darüber. Auch habe ich mich betroffen gefühlt über die Worte ihres Vorsitzenden Herrn Spiegel, ich bin der Auffassung das in unserem Lande das Judentum zum Leben einfach dazu gehört. Aus diesem Grund habe ich mich einfach an Sie gewandt das Sie wissen es gibt auch Menschen die hoffen das die Geschichte sich nicht wiederholt ich habe einfach Angst davor. Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Kaiser
07.10.2000
Sehr geehrter Herr Spiegel,
Ich war und bin sehr schockiert über die feigen Anschläge auf die jüdischen Sprachschüler, Ihr Gemeindehaus und den jüdischen Friedhof in Schwäbisch-Hall. Über die Zunahme der jüdischen Gemeinden in den letzten Jahren und das dadurch bewiesene Vertrauen in unsere Demokratie habe ich mich immer gefreut. Geben sie Hitler nicht nachträglich einen Sieg, verweigern Sie den feigen Attentätern von Düsseldorf und Schwäbisch-Hall einen weiteren Erfolg! Schalom und herzliche Grüße
Jörg Roggenbuck
07.10.2000
Liebe Mitbürger aus Düsseldorf,
ich habe noch nie eine Demonstration oder eine öffentliche Kundgebung besucht. Doch was gestern am Tag der Einheit hier in Düsseldorf geschehen ist, finde ich zutiefst abscheulich. Daher möchte auf diesem Weg mein Entsetzen und meine Scham zum Ausdruck. Einige Dumme haben es immer noch nicht gegriffen, dass ein friedliche Miteinander die bessere Zukunft für uns alle ist. Ich hoffe, dass ich mit dieser E-mail auch eine kleine Botschaft schicken kann um zu zeigen, dass nicht alle teilnahmslos die Ereignisse über sich ergehen lassen ohne aktiv zu werden.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir auch auf diesem Wege mitteilen könnten, ob und wenn wann eine Kundgebung oder Demonstration als Zeichen einer solidarischen Zukunft geplant ist. Ich bin zwar kein Jude und sonst auch (ich bitte um Entschuldigung) nicht sehr religiös ausgerichtet, aber dennoch möchte ich etwas gegen diesen feigen Akt der Unmenschlichkeit tun.
Jörg Frick
07.10.2000
Vielgeschätzte Mitbürger der jüdischen Gemeinde Düsseldorf!
Ich bin erschüttert über die terroristischen Anschläge vermutlich deutschstämmiger Vollidioten. Ich schäme mich für meine Abstammung und bedauere das ich mich mit diesem Land mit seiner beschissenen Geschichte immer wieder konfrontiert sehe. Ich bedauere zutiefst all das Leid was seit Ewigkeiten über jegliche Mitbürger (ich mag den Begriff Ausländer nicht) von geisteskranken verblendeten Tieren in Menschengestalt gebracht wird. Ich persönlich bin kein Deutscher sondern evangelischer Christ und vor allem ein menschliches Lebewesen. Leider bin ich in diesem Lande geboren und muss mich seitdem als Deutscher bezeichnen lassen. Ja ich habe einen deutschen Pass das ist aber auch alles. Ich möchte Euch nur sagen dass es überall in diesem Lande Menschen wie mich gibt und diese garantiert nicht stolz auf ihr deutsch-sein sind. Leider scheint es im Moment wieder besonders in zu sein, solche Heldentaten zu vollbringen, dieses sind die Früchte der Politiker die es leider in der Vergangenheit versäumt haben diese Brut auf das schärfste zu verfolgen, denn in der Vergangenheit war man zu beschäftigt linksgerichtete Menschen mit Knüppeln und Gummigeschossen bei Demonstrationen vor Atomkraftwerken zu bekämpfen. Damals waren solche "aufrechten Arschlöcher" höchstens belächelte Gestalten. Ich möchte Euch nur sagen, dass es auch noch andere deutschstämmige Menschen gibt und sollte mir je ein rasiertes Arschloch begegnen dann werde ich alle seine Gewalt gegen ihn kehren und dann könnt Ihr selber sehen wie ein Deutscher seinen Landsmann mit aller Kraft bekämpfen wird. Ich kann nur hoffen dass wir Andersdenkenden noch lange Eure Gesellschaft "ertragen" dürfen, weil es ein großer Verlust wäre wenn wir Euch verlieren würden. Meine Freunde sind sowohl türkischer, italienischer, afrikanischer, kurdischer, oder was es sonst noch für Bezeichnungen gibt für die Herkunft eines Menschen gibt, Abstammung. Ich habe von allen viel lernen können und ich habe früher als Handwerker mich auf meine Kollegen immer verlassen können und schätze sie alle als Menschen. Bis vor einem Jahr habe ich selbst in Düsseldorf in Bilk gelebt und bin in Monheim wo große Teile der Bevölkerung nicht deutscher Abstammung sind zur Schule gegangen ich hatte nie Probleme mit anderen Menschen eher mit deren Ideologie. Mein Großvater ist auch im Krieg gewesen und hat für sein Mitmachen in russischer Gefangenschaft bitter für seine Fehler als junger Mann bezahlt, er hat es bis zu seinem Tode bitter bereut ich hoffe der liebe G"tt ist ihm gnädig. Ich selber bin heute noch stolz darauf mich bei der Bundeswehr geweigert zu haben mit einer Waffe auf ein Abbild eines Menschen zu schießen. Ich hatte das große Glück in einer Instandsetzungskompanie dienen zu dürfen.
Bitte verzeiht uns dummen törichten Deutschen für unsere Vergangenheit.
Mit den freundlichsten Grüßen und Friede überall auf dieser Erde
Jürgen Schumacher
07.10.2000
Liebe Mitglieder der jüdischen Gemeinde,
es ist für mich nicht zu fassen, was zur Zeit passiert. Ich bin der Meinung, dass wir alles tun sollten, damit sich die jüdischen Gemeinden in Deutschland ohne Angst vor Gewalt entfalten können. Ich denke, dass es schon bewundernswert ist, dass die Menschen jüdischen Glaubens, nach dem was ihnen bzw. ihren Familien zur Zeit der Naziherrschaft angetan wurde, trotzdem hier leben möchten. Es gibt zwar Menschen, die meinen, man sollte die Geschichte vergessen, aber dann kann aus meiner Sicht und darf auch nicht sein. Wer sich einmal mit dem Thema auseinandergesetzt hat, kann eigentlich auch nicht zu dieser Erkenntnis kommen. Ich schäme mich für diese gemeinen hinterhältigen Taten und bitte Sie für diese hirnlosen dummen Menschen um Verzeihung. Alles Gute
M. Schreiber, Bochum
07.10.2000
Hallo,
es klingt etwas hilflos, wenn unser Kanzler jetzt einen "Aufstand der Anständigen" fordert, obwohl, vielleicht hat er ja recht. In jedem Falle möchte ich Ihnen ganz persönlich mein Entsetzen und meine Abscheu angesichts dieses feigen Anschlags auf Ihre Synagoge ausdrücken. Besonders betroffen gemacht hat mich die Frage von Herrn Spiegel, ob jüdisches (Gemeinde)Leben in Deutschland noch möglich sei. Es muss möglich sein! Dieses Land wäre nicht mehr lebenswert ohne jüdische Deutsche! Ich möchte dann auch nicht mehr hier leben, schließlich wäre das ja wohl das vierte Reich. Sicher, die Besorgnis von Herrn Spiegel ist gerechtfertigt und nur allzu verständlich in einem Land, in dem die Polizei praktisch jede Synagoge vor gewissen deutschen Mitbürgern schützen muss. Denk ich an Deutschland... Mein Großonkel, er heißt Jürgen Lipschitz und ist Halbjude, wurde als junger Mann von den Nazis im KZ gequält. Heute, als leider seniler Greis, hat er gelegentlich Angst davor, von der Gestapo abgeholt zu werden. Geschichte hört nie auf für diejenigen, die sie am eigenen Leib erfahren mussten. Sein Bruder, Jochen Lipschitz, der für Großdeutschland in Hitler's Wehrmacht noch einen Arm verlieren durfte, bevor er ins KZ sollte (er konnte untertauchen), war zur Zeit des Mauerbaus Berliner Innensenator. Ein unbesungener deutscher Patriot.
Was ist also zu tun gegen rechte Gewalt? Natürlich ist jeder einzelne gefordert, Zivilcourage zu zeigen und schon rechtes Gerede nicht unwidersprochen zu lassen. Bei der zunehmenden Ignoranz dieser Gesellschaft, nicht nur was historische Bildung angeht, bin ich da aber wenig optimistisch. Dass über ein NPD-Verbot noch diskutiert werden muss, kann ich auch nicht verstehen. Dieser widerliche Haufen ist Deutschlands größte Schande, nicht nur, wenn das Ausland hinsieht. Natürlich sind diese Leute nach einem Verbot immer noch rechts, aber da das alles große Feiglinge sind, siehe den aktuellen Brandanschlag und die ständigen Angriffe Rechter in Gruppen gegen Einzelne, wird eine entschlossene Haltung Eindruck auf die Rechten machen. Null Toleranz gegen Rechte, in allen Bereichen. Entschuldigen Sie, dass ich Sie so lange mit meiner unmaßgeblichen Meinung genervt habe, aber ich denke, jüdische Deutsche sollten wissen, müssen wissen, dass es, damals wie heute, das "andere Deutschland" gab und gibt. Heute sind wir Anderen hoffentlich ein paar mehr.
Mit freundlichem Gruß
Matthias Graf
07.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich möchte meine Wut und mein Entsetzen über diesen, aber auch bereits alle anderen Anschläge rechtsradikaler Art ausdrücken und Ihnen versichern: Ich werde mit von der Partie sein wenn es darum geht solche Taten zukünftig zu verhindern. Sei es in einer akuten Situation, oder auch in der Arbeit die versucht die Wurzeln solcher Handlungen zu ergründen und zu ändern. Freundliche Grüße aus Wuppertal
Ingmar Hansen
07.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach der Serie der rechtsextremistischen Übergriffe erfüllt mich der erneute Anschlag auf eine jüdische Synagoge mit Abscheu. Einen Aufstand der Anständigen fordert der Bundeskanzler. Die Tat verlangt gewiss starke Worte, aber mir behagt diese Äußerung nicht. Wie sollte die große Mehrheit unseres Volkes gegen eine relativ kleine Minderheit einen Aufstand machen? Zweierlei scheint mir notwendig zu sein. Die Politik (und zwar auf allen staatlichen Ebenen!) darf nicht länger der Versuchung nachgeben, diese Vorfälle zu verharmlosen - in der Hoffnung, dass sie von selbst wieder aufhören. Und wir alle müssen - in Wort und Tat - Konsequenzen aus der bedrückenden Tatsache ziehen, dass in unserer Mitte wiederum ein bedrohliches Potential rassistisch motivierter Gewalt herangewachsen ist. Kurzfristig freilich ist Repression dringender als Prävention. Daher muss verlangt werden, dass die Polizei die jüdischen Mitbürger wie auch ihre Einrichtungen verlässlich schützt und die Täter rasch hinter Schloss und Riegel bringt.
Prof. Dr. Axel Misch
06.10.2000
Sehr geehrte jüdische Gemeinde,
die Anschläge in jüngster Zeit haben mich sehr traurig gestimmt. Es trifft mich besonders, dass es meist Menschen meiner eigenen Generation (ich bin 20 Jahre alt) sind, die zu solchen Taten fähig sind. 50 Jahre Demokratie scheinen in Deutschland nicht gereicht, zu haben, das braune Gedankengut aus den Köpfen vieler, zu verbannen. Ich möchte ihnen auf diesem Wege meine Anteilnahme und Unterstützung versichern.
Anja Watzenberg, Ravensburg
06.10.2000
Ich bin entsetzt über den Anschlag auf die Synagoge in Düsseldorf und über die Attentatsdrohungen an Herrn Spiegel. Aber ich bin mir auch sicher, dass die meisten Menschen in Deutschland das genau so empfinden. Wir brauchen jüdische Gemeinden hierzulande, und ich möchte Sie bitten, nicht den Mut zu verlieren. Mit allen guten Wünschen
Andrea Rundholz, Hamburg
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
mit Schrecken und Trauer verfolge ich die Nachrichten über den miesen Anschlag, und es tut mir sehr leid, dass dies passiert ist. Ich habe zehn Jahre lang in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft gewohnt und bin bis heute oft bei meiner Familie in der Zietenstraße. Ich empfinde die Präsenz jüdischen Lebens in meiner Heimatstadt und in meinem Stadtteil als große Bereicherung und hoffe sehr, dass Sie in diesen Tagen erfahren, wie viele nichtjüdische Bürgerinnen und Bürger sich wünschen, dass Sie ohne Bedrohung und gerne in Deutschland leben können! Was wir dafür tun können, werden wir tun - hoffentlich!!! Mit den besten Wünschen, Ihre
Aurica Nutt
06.10.2000
Liebe Jüdische Gemeinde Düsseldorf,
als unmittelbare Nachbarn sehen wir erfreut das vielfältige Leben in Ihrer Gemeinde. Wir sind entsetzt und empfinden tiefste Betroffenheit und Scham über den heimtückischen Brandanschlag auf die Synagoge und Sie als Bürgerinnen und Bürger der Jüdischen Gemeinde. Die schreckliche Vergangenheit von Rassismus und Faschismus darf sich nicht wiederholen. Wir würden uns freuen mit Ihnen ins Gespräch zu kommen um nach diesem Anschlag gemeinsam gegen Gewalt und Intoleranz zu kämpfen.
Mit freundlichen Grüssen Ihre Nachbarn
Gerhild Didusch und Horst Luetgen
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mit dieser Mail mein Entsetzen ausdrücken und diese schreckliche Tat auf die Synagoge als ein Haus G"ttes auf das Schärfste verurteilen. Ich hoffe inständig, dass jüdisches Leben, trotz dieser widerwärtigen Taten die in Deutschland passieren, nicht in Frage gestellt wird.
Christoph Wettengel
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mein aufrichtiges Anliegen als Demokrat, Ihnen als deutschen Mitbürgern, Solidarität auszusprechen. Es ist eine Schande für Deutschland wenn einige unverbesserliche Rechtsextemisten , den Freudentag der Deutschen Einheit für derart abscheuliche Fanale zu missbrauchen. Die Verirrung des Nationalsozialismus hat nicht das geringste mit dem wahren deutschen Wesen gemein. Ich bitte Sie den Glauben nicht zu verlieren und weiter für eine gemeinsame deutsche Heimat einzutreten. Ich bin überzeugt die überwiegende Mehrheit der Deutschen teilt meine Ansicht und die Verantwortung aus unserer Geschichte für die Rechte der Menschen. Ich trete dafür ein mit aller Entschlossenheit gegen derartige Subjekte vorzugehen. Die Zeit ist längst gekommen mit allen Mitteln, notfalls mit Gewalt, gegen rechtsextreme Gruppierungen vorzugehen. Es ist bedauerlich, aber es gibt einige wenige Menschen die vernünftigen Argumenten nicht zugänglich sind und die Dialogbereitschaft als Schwäche deuten. Ich habe es gründlich satt das Ansehen der Deutschen im Ausland von derartigen Schandtaten beschmutzen zu lassen. Meine Devise lautet: Null Toleranz! Wo es möglich ist werde ich dafür eintreten, entscheidend sind die Bekenntnisse zu Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie. Darin sollten christliche und jüdische Deutsche Vorbildfunktionen übernehmen. Mit den besten Wünschen
Sascha Hornung
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren, verehrter Herr Spiegel,
wir sind empört und tief betroffen über die jüngsten Anschläge auf Synagogen in Deutschland.
Herzliche Grüße von
Stephanie Neumann und Philipp Prein
06.10.2000
Guten Tag,
ich bin Student in Berlin und der Meinung, die jüdische Gemeinde soll es auch weiterhin in Deutschland geben. Ich weiß, dass es für Sie nicht leicht ist mit derartigen Attacken, wie am 3.10. klar zu kommen. Dennoch, seien Sie versichert, dass die Meinung dieser Bedauernswerten nicht die Meinung vieler ist. Vielmehr freuen sich Menschen wie ich, dass es Sie hier gibt. Leider ist es mir so fern Rechtsradikale mit Gewalt zu bekämpfen. Als angehender Politologe versuche ich mit rechtlichen Möglichkeiten und Aufklärung gegen das Phänomen anzugehen, da ich der Ansicht bin, dass es demokratische Mittel gegen Faschisten geben muss. Ich kann nur mein Bedauern für das von Ihnen zu Ertragene ausdrücken und hoffen, dass es Ihnen in diesem Land bald genauso ergeht, wie es mir als Deutschem jederzeit im Ausland ergeht, auch in Israel. In diesem Sinne wünsche ich uns, dass das Phänomen Rechtradikalismus bald kein Thema für uns ist. Mit freundlichem Gruß
Udo Harnach
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
gibt es ein Solidaritätssymbol gegen Rassismus und rechte Gewalt, insbesondere für die jüdischen Gemeinden? Ich möchte gern solch ein Symbol mit einem Texthinweis auf meine Homepage aufnehmen. Respekt vor der Frau, die geistesgegenwärtig Mut zu echtem Bürgersinn bewiesen hat, als sie das Feuer vor der Düsseldorfer Synagoge austrat. Ich sehe eines der größten Probleme im Hinblick auf die antijüdischen Attentate darin, dass wir christlichen Deutsche uns daran gewöhnt haben, regelmäßig von solchen Anschlägen zu hören. Die Solidaritätsbekundungen und betroffenen Worte reichen nicht mehr. Die Nachrichtensender können die Zahl der Attentate gar nicht mehr vollständig bringen. So hört man am selben Tag auf einem Sender von einem geschändeten Friedhof und in einem anderen Programm von Schmierereien am Synagogenmahnmal in Halle. Als Jude in Deutschland würde ich mir auch die Frage stellen, wie viel Sinn es hat, hier zu leben in der Furcht, beim nächsten Mal Ziel eines Anschlags zu sein. Als Christ frage ich mich, was ich gegen diese systematische Gewalt tun kann. Die Frage muss erlaubt sein: Wie wäre die Reaktion der Gesellschaft, wenn christliche Kirchen Ziel der Anschläge wären. Gegen den linken Terrorismus der siebziger Jahre hat der Staat jedenfalls schärfer reagiert. Wie argumentiert man gegen latente Antisemiten, denen man immer wieder begegnet? Und schließlich: Welchen kranken Hirnen ist überhaupt der Antisemitismus entsprungen? Vielleicht können Sie mir ein paar Tipps geben.
Einen freundlichen Gruß
Alexander Fels
06.10.2000
Liebe jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in Düsseldorf,
dass 62 Jahre nach der Reichspogromnacht der Nazis in Deutschland immer noch bzw. wieder Anschläge auf jüdische Gemeinden verübt werden, erfüllt mich mit Abscheu, Trauer und Scham. Ich möchte Ihnen, auch im Namen meiner evangelischen Gemeinde in Frankfurt, deren Pfarrer ich bin, versichern, dass wir solche Untaten nicht schweigend dulden werden. Vor allem möchte ich Ihnen gegenüber deutlich machen, dass wir an Ihrer Seite stehen und aktiv allen Formen des Rechtsextremismus, des Antisemitismus, des Rassismus und der Gewalt in unserem Land entgegentreten werden.
Mit freundlichen Grüssen und guten Wünschen für eine friedliche Feier des
jüdischen Neujahrsfestes Rosh ha schana!
Ulrich Schaffert, Pfarrer
Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde Frankfurt a.M.
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
bestürzt nehme ich wieder einmal zur Kenntnis, dass Dummheit und blinder Hass in den Köpfen einiger nicht weichen mag. Es erfüllt mich mit tiefer Abscheu, dass in diesem Land Menschen nach wie vor verfolgt werden. Ich bin 1958 geboren, 13 Jahre nach einem der schrecklichsten Ereignisse der Geschichte.
Ich bin evangelischen Glaubens, ich habe, soweit mir bekannt ist, keinerlei jüdische Vorfahren bzw. Angehörige. Und dennoch bewegt mich die Geschichte des jüdischen Volkes seit meiner Schulzeit. Denn diese Geschichte geht jeden an, egal welcher Konfession er nun sein möge. Ich empfinde nicht, dass mich meine Geburt so viele Jahre nach dem zweiten Weltkrieg davon befreit, nicht Erbe dieser Geschichte zu sein.
Ich bin erzogen worden, Menschen zu respektieren und akzeptieren, egal welcher Hautfarbe sie sein mögen, egal welcher Religion sie angehören mögen. Ich habe gelernt , dass Hass der falsche Wegweiser für Menschen ist. Ich habe gelernt, dass Unrecht, welches man begeht, immer wieder auf einen selbst zurückfällt. Ich habe gelernt, Dinge verstehen zu wollen, die ich nicht kenne, die mir fremd erscheinen mögen, Dinge verzeihen zu können und eigene Gedanken, die falsch waren als solche zu begreifen und mich dazu zu bekennen.
Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit in diesem Land genau wie ich in friedlicher und freundschaftlicher Koexistenz mit Angehörigen des jüdischen Glaubens leben möchten und ich verachte die, die wieder Schande über dieses Land bringen, ja man muss sich schämen für diese Menschen, die es immer noch nicht besser wissen obwohl sie es eigentlich sollten.
Hochachtungsvoll
Norbert Litek
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Ihnen sagen, dass ich - wie bestimmt die ganz große Mehrheit der Menschen hier - tief empört bin über den Anschlag auf Ihre Synagoge. Als Deutsche und als Christin bitte ich Sie: Verlieren Sie nicht den Mut!
Uta Stiller, Berlin
06.10.2000
Liebe Mitglieder der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, es ist schlimm, was sich in Deutschland tut. Meine Bestürzung auf das Attentat auf die Düsseldorfer Synagoge lässt mich schwer Worte finden, und dieses Ereignis wird schon wieder durch ein neues schreckliches Ereignis in Berlin eingeholt. Wir dürfen uns nicht durch Terror einschüchtern lassen. Ich hoffe das es genug Menschen mit Courage gibt, hier in dieser Stadt und in diesem Land, gegen Gewalt, Terror und Hetze. Wenn es konkrete Dinge gibt, außerhalb meines persönlichen Umfeldes, die ich tun kann, lassen Sie es mich bitte wissen, es darf nicht wieder geschwiegen und weggeschaut werden, mit den besten und herzlichsten Grüßen an Sie,
Heinrich Guthoff, Düsseldorf
06.10.2000
Schalom,
ich als Deutscher katholischen Glaubens kann mich nur tausendmal dafür entschuldigen, dass es immer noch Menschen in Deutschland gibt, die aus einem blinden Hass heraus so etwas schreckliches machen. Ich habe, als ich noch in Duisburg gewohnt habe ab und an den G"ttesdienst der dortigen jüdischen Gemeinde besucht und fand es damals schon unheimlich, das gläubige von der Polizei geschützt werden müssen. Auf der anderen Seite finde ich es sehr gut, das sich langsam wieder jüdisches Leben entwickelt. Ich würde mich freuen wenn Juden, Nichtjuden, also alle Menschen egal woher und egal welchen Glaubens immer enger zusammen leben könnten, ohne Angst, ohne Vorurteile. Wenn endlich wieder ein Leben in Deutschland möglich ist, ohne sich dafür schämen zu müssen, dass hier Ausländer, Juden und andere immer noch von diesem Nazipack verfolgt und bedroht werden. Erst dann ist Deutschland wieder lebenswert.
Mathias Plös
06.10.2000
Sehr geehrte Mitbürger jüdischen Glaubens,
finde es sehr erschreckend, dass Sie solche Anschläge zu erdulden haben! Und noch dazu ausgerechnet in Deutschland! Man sollte eigentlich erwarten, dass alle Deutschen eine besonderes Verantwortungsgefühl für friedliches Zusammenleben (gleich mit wem) empfinden sollten. Ich habe mir vorgestellt, wie ich mich fühlen würde, wenn jemand bei mir zu Hause die Fensterscheiben einwerfen würde, Brand legen würde, und ich mich dabei an so grauenhafte Ereignisse der Vergangenheit erinnern müsste. Ich hoffe sehr, dass die Ewiggestrigen den Frieden und die Zuversicht darauf, eine gute gemeinsame Zukunft zu erleben, nicht verbauen können und stattdessen merken, was sie da tun und ihre Probleme mit sich selbst auszutragen lernen. Ich denke, es wird nicht sonderlich beruhigend für Sie sein wissen zu können, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen hinter Ihnen steht, wenn diese Anschläge nicht aufhören!
Die besten Wünsche für uns alle und herzliche Grüße
Thomas Mickler, Heilpraktiker
06.10.2000
Ich möchte an dieser Stelle meinem Entsetzen über den feigen Anschlag auf die Synagoge Ausdruck verleihen. Als jemand der 1964 geboren wurde, habe ich mich nie schuldig gefühlt für die Verbrechen des deutschen Volkes an den Juden, aber immer eine besondere Verantwortung gegenüber allen Juden in Deutschland und aller Welt und eine tiefe und ehrliche Sympathie gegenüber unserem einzigen verlässlichen Freund und Partner im nahen Osten, Israel.
Eine Verantwortung, solche unmenschlichen Verbrechen nie wieder zuzulassen.
Ich schäme mich dafür, das es wieder zu Anschlägen auf Synagogen kommen kann, ich schäme mich nicht aktiver gewesen zu sein als es erste Ausschreitungen gegen Juden und Ausländer gab. Ich verspreche Ihnen offensiver gegen rechts aufzutreten und bitte Sie, geben Sie uns die Chance zu beweisen, dass es ein braunes Deutschland nicht wieder geben wird. Ich weiß nicht ob wie Sie es sehen, aber für mich sind Sie nicht einfach Juden in Deutschland, keine Fremden in diesem Land, für mich sind Sie genauso meine Landsleute, die einfach nur einen anderen Glauben haben. Sie haben das Recht hier zu leben, bitte lassen Sie sich nicht vertreiben. Wir brauchen Sie.
Schalom
Michael Bottke
06.10.2000
Liebe jüdische Gemeinde,
ich möchte Ihnen hiermit meine Solidarität ausdrücken. Diese Vorfälle sind durch nichts mehr zu entschuldigen, hier greifen auch keine "gutgemeinten" Erklärungsversuche mehr. Es ist dies eine Tat von Kriminellen, die als Solche auch behandelt werden sollten. Ich hoffe, dass Sie sich nicht entmutigen lassen.
H.-U. Oehlke, Berlin
06.10.2000
Liebe Mitglieder der jüdischen Gemeinde,
ich wünsche Ihnen (und mir und Deutschland), dass Sie bleiben. Und wie schon ein anderer Leserbriefschreiber sagte: wenn es vielleicht etwas konkretes gibt, was ich als (nicht jüdischer) Düsseldorfer dazu beitragen kann, lassen Sie es mich wissen.
Mit den besten Wünschen
Klaus Wieser, Düsseldorf
06.10.2000
Ein Herr Schröder hat zu einem "Aufstand der Anständigen" aufgerufen. Wie soll dieser denn vonstatten gehen, wenn die Mehrheit der in der BRD lebenden Bevölkerung weder Wissen noch Interesse an den bzw. über die Vorgänge im Dritten Reich besitzt; man kann nur gegen oder für etwas sein, wenn Kenntnisse über die jeweiligen Fakten vorhanden sind, auch wenn sie, wie in meinem Falle, aus 2.ter Hand kommen. Es wird also, wie ich in der 1.ten Mail bemerkt habe, weiter davon abhängen, wie wir unsere Kinder bilden bzw. erziehen, es wird weiter davon abhängen, wie wir unsere Mitmenschen, sei es durch Information oder durch Gespräch, informieren, sprich: eine Basis schaffen, in und mit der hoffentlich nicht nur diese ganze unselige Sache ein Ende findet, sondern auch ein vernünftiges soziales Umgehen der Menschen miteinander stattfinden kann.
Burghard Karrasch
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir alle müssen am 9. November 2000 - dem 62. Jahrestag jener entsetzlichen, verbrecherischen Angriffe auf jüdische Mitbürger, ihre Synagogen, Geschäfte und sonstige Einrichtungen - gemeinsam verhindern, dass erneute, unerträgliche Übergriffe stattfinden. Am besten durch Schutzwachen vor und um die Synagogen, Gemeindezentren, Friedhöfe, u. ä. Einrichtungen.
Diesen Gedanken hatte ich heute, nachdem ich ein weiteres Mal zu oft in den Nachrichten von Brandanschlägen, Schmierereien und mehr hören musste.
Nun, ich bin ein einfacher Bürger. Aber ich hoffe, dass es mir mit Ihrer Hilfe gelingen wird, eine gemeinsame, bundesweite Aktion aller demokratischen Bürgerinnen und Bürger zum Leben zu erwecken:
"WIR BEWACHEN UND SCHÜTZEN GEMEINSAM AM 9. NOVEMBER 2000 ALLE JÜDISCHEN SYNAGOGEN, GEMEINDEZENTREN, FRIEDHÖFE UND SONSTIGE EINRICHTUNGEN UND WIR WERDEN DIES IMMER TUN, WENN ES ERFORDERLICH IST!"
Bitte helfen Sie mit Ihrem Engagement, Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung, dass diese Initiative ein Erfolg wird!
Mit herzlichen Grüßen
Volker Stein
06.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Betroffenheit habe ich vom Brandanschlag auf die Synagoge gehört und gelesen. Mir ist eine solche Tat unverständlich und ich glaube auch nach dieser Tat noch - und ich hoffe, dass ich keiner Täuschung unterliege - , dass der größte Teil der Düsseldorfer Bevölkerung, die jüdischen Mitbürger/ die Jüdische Gemeinde als eine Bereicherung des religiösen/ kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Düsseldorf ansieht. Ich hoffe, dass die Täter bald gefasst und hart verurteilt werden und dass ein Ruck der Solidarität durch die gesamte Bevölkerung geht. Lassen Sie nicht in Ihren Bemühungen nach, den direkten Kontakt zur nicht-jüdischen Bevölkerung zu suchen, denn nur so kann Verständnis füreinander wachsen. Mich hat nicht so sehr das Schulwissen (die Thematik wurde im übrigen sehr gut vermittelt) bei meiner Meinungsbildung beeinflusst als viel mehr der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau mit einem amerikanischen Juden, der dort den größten Teil seiner Familie verloren hat; diese Eindrücke sind auch noch nach 20 Jahren für mich sehr präsent.
(Verfasser/in der Redaktion bekannt)
05.10.2000
Schalom,
mit Bestürzung nahm ich die Nachrichten über den Brandanschlag auf Ihre Synagoge auf. Für mich (Geburtsjahr 1972), verging kaum ein Jahr an der Schule, in dem wir nicht an die Greueltaten des Naziregimes erinnert wurden - mir ist es nicht verständlich, dass es Heute wieder, oder besser
immer noch Menschen in unserem Lande gibt, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben und Andersgläubigen die Schuld an Ihrem eigenen Versagen in der Gesellschaft geben.
Ich möchte mich für das Verhalten meiner Landleute bei Ihnen entschuldigen, ich schäme mich für diese "Geistes-Krüppel", die es nicht verdient haben sich Deutsche zu nennen.
Seien Sie sich sicher, die Mehrheit der nichtjüdischen Deutschen steht hinter Ihnen, bitte bleiben Sie, nicht als geduldeter Gast sondern als wichtiger Teil unserer Nation. Ich hoffe, dass dies selbst der dümmste dieser Menschen (?) einsieht.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, ich wünschte dem Judentum, dass die Jahrhunderte andauernde Geschichte von Verfolgung und Vertreibung endlich zu einem Ende kommt.
In Frieden
C. Haarmann, Düsseldorf
05.10.2000
Sehr geehrte jüdische Mitbürger,
die schlimmen Vorfälle veranlassen mich, Ihnen allen meine absolute Solidarität auszudrücken.
Nach den Verbrechen im "Hitler-Deutschland", die ich als 1952 geborener Bürger dieses Landes nicht miterleben musste, fühle ich mich zwar nicht schuldig an den Verbrechen, aber mitverantwortlich dafür, das derartiges nicht wieder möglich wird.
Wirkliche Wiedergutmachung kann es nicht geben. Aber zumindest sollten wir Deutsche hellwach sein, wenn Juden in Bedrängnis kommen, diskriminiert oder verfolgt werden. Egal, wo auf der Welt! Wir haben allen Anlass, jüdischen Mitmenschen mit Wort und Tat zur Seite zu stehen. Ich will und werde dies im Rahmen meiner Möglichkeiten tun.
Ich hoffe, dass ich mich an keiner Stelle missverständlich oder verletzend ausgedrückt habe und hoffe auf eine friedliche Zukunft in Freiheit für alle und überall. Und ich hoffe, dass es nie wieder dazu kommt, dass jüdische Mitbürger unser Land aus Furcht um ihr Leben verlassen müssen.
Mit den besten Grüßen
Holger Zander, Bremen
05.10.2000
Liebe jüdische Gemeinde!
Mit Betroffenheit habe ich festgestellt, dass es immer noch möglich ist, dass einige wenige uns allen das Leben schwer machen können. Für nichtjüdische Menschen ist es einfach zu sagen: "Habt Mut, bleibt in Deutschland!" Aber uns greift man ja auch nicht an. Ich hoffe dennoch, dass es in Zukunft möglich sein wird, mit Juden (und natürlich allen anderen, die von fremdenfeindlichen Angriffen betroffen sind) Seite an Seite zu leben. Aber was kann man dafür tun? Ich hoffe, dass es noch nicht zu spät ist.
Yvonne Müller
05.10.2000
Liebe Mitglieder der jüdischen Gemeinde, was mir besonders zu schaffen macht, ist, dass einige wenige es schaffen mit ihren feigen Taten ein negatives Klima zu schaffen, dass viele jüdische Menschen sich nicht mehr wohl fühlen. Leider können Reaktionen des Mitgefühls daran wenig ausrichten, denn die Bedrohungsatmosphäre wirkt allgemein (weil man es aufgrund der Anonymität überall vermuten und befürchten muss). Die Geltungssucht von braunen Schwachköpfen richtet so viel an, dass die Täter entweder selber gar nicht ermessen, was sie da anrichten - oder es steckt bewusstes Kalkül dahinter.
Lasst Euch bitte nicht entmutigen!
Michael
05.10.2000
Liebe Freunde
Ich stehe zu unseren jüdischen Deutschen in Liebe und Respekt. Alles an Gewalt und Hass gegen sie ist auch gegen mich und alle anderen Menschen gerichtet. Wieso sollten jüdische Deutsche aus ihrem Land verschwinden? Das wäre der größte Blödsinn. Lieber Paul Spiegel, ich als Nichtjüdin will, dass jüdische Deutsche in diesem Land leben. Auch Juden anderer Nationalitäten. Das will ganz sicher die deutsche und europäische große Mehrheit. Die Präsenz aller jüdischen Gemeinden wollen wir! Nicht eine primitive Duldung, sondern ein echtes gemeinsames Leben Miteinander! Haben Sie keine Angst, liebe jüdische Deutsche, vor dieser braunen stinkenden Nazi-Pest! Lassen Sie sich nichts gefallen! Mein Aufruf an alle Deutschen: stehen Sie alle endlich mit mir gemeinsam auf und haben den Mut, diese Nazi/Neonazi und Nazi- Sympathisanten zurück zu weisen! Bekennen Sie sich endlich zur Demokratie, Freiheit und Frieden! Es muss endlich möglich sein, dass in Deutschland Freiheit herrscht, und alle Kulturen in Frieden mit einander leben! Freunde aus allen Kulturen suche ich. Schalom.
Andrea Weber
05.10.2000
Liebe Jüdische Gemeinde,
als nichtjüdischer Bürger dieses Landes bin ich schockiert und wütend über den erneuten Anschlag auf eine Einrichtung Ihrer Glaubensgemeinschaft. Ebenso entsetzt bin ich über Teile der öffentlichen Reaktion und ich begrüße die Kritik von Herrn Spiegel an dem Bundesratsvorsitzenden Biedenkopf. Seien Sie jedoch versichert, dass eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung fern jeglichen antisemitischen Gedankengutes steht. Dies zeigt mir auch meine langjährige Arbeit mit Jugendlichen als Lehrer an einem Kölner Gymnasium. Ich bitte Sie, bleiben Sie in Deutschland und bereichern Sie weiterhin die kulturelle und religiöse Vielfalt unseres Landes. Ein Land, das sich der kulturellen Pluralität widersetzt, kann auch nicht länger mein Land und das vieler meiner Freunde sein.
Dr. Martin Pötz, Köln
05.10.2000
Liebe Angehörige der jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
was auch immer in den dumpfen Köpfen des oder der Täter vorgegangen sein mag, die Auswirkung ihrer Tat ist für deutsche Juden und alle wohlmeinenden nichtjüdischen Bürger katastrophal. Ich schäme mich dafür, dass so etwas in Deutschland wieder möglich ist und würde so gerne mehr tun als nur diese Mail zu schreiben. Ich würde gerne "Farbe bekennen" und allen zeigen, dass ich mit Ihnen solidarisch bin, dass ich an ihrer Seite stehe. Der nun geforderte "Aufstand der Anständigen" bleibt nur eine Form von Betroffenheitsbekundung, wenn es uns nicht gelingt, mehr zu tun. Ich würde mir Menschenmassen vor der Synagoge wünschen, wie wir sie anlässlich von "Friedensdemos" in den 80igern erlebt haben, Schweigemärsche von Zigtausenden und was noch viel wichtiger ist, die Zivilcourage von jedem, der Zeuge von antisemitischen Äußerungen wird, diesen beherzt entgegenzutreten, ja auch solchen, die fordern, man müsse endlich einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen. Es gilt, die "Anständigen" wachzurütteln zu aktivieren und zu organisieren, aber wie ist das zu machen?
Ich will mit diesem Schreiben meine Anteilnahme ausdrücken. Es steht mir nicht zu, aber es fällt mir Kennedys Ausruf an der Berliner Mauer ein und das, was er der Welt damit sagen wollte. Ich würde gerne in Abwandlung dieses Zitats ausrufen: Ich bin ein Jude!
In Verbundenheit
Helmut Pesch
05.10.2000
Liebe jüdische Gemeinde von Düsseldorf,
leider war es keine allzu große Überraschung, ein umso größerer Schock trotzdem, in der Tagesschau nach dem ganzen Friede-Freude-Einheitsfest, die Nachricht von dem Anschlag auf die Synagoge in Düsseldorf zu hören. Mir fehlen leider die Worte, mein Entsetzen über solche Verbrechen in unserem Land auszudrücken. Viel zu lange schon schauen die Menschen nur zu und spielen die Probleme herunter. Wenn es allerdings so weit ist, dass sich Juden in Deutschland fragen müssen, ob es richtig war in diesem Land wieder Gemeinden aufzubauen, ist es schon 5 oder eher 10 nach 12. Ich wünsche mir, dass mehr und mehr Menschen aufstehen und offen sagen: ich will eine belebte deutsche Kultur - zu der nun mal die jüdische wie die christliche Religion seit langen Jahren gehört. Ja, ich will in einem toleranten und offenen Staat leben. Aber Toleranz muss ihre Grenzen finden, bei rassistischen und ausländerfeindlichen, bei diskriminierenden und antisemitischen Umtrieben. Und: ja, ich will mich dafür einsetzen, dass dies in diesem Land möglich ist.
Leider sehe ich in meiner näheren Umgebung immer mehr Leute, die mit "rechtem" Outfit herumlaufen, ich befürchte, viele spielen bewusst mit dieser Provokation.... Leider werden auch diese Leute von vielen noch verharmlost. Ein Spielen mit solcher Symbolik ist gefährlich und sollte nicht unterschätzt und schon gar nicht unterstützt werden.
Ein kleiner Trost war mir der Samstag (sicher war alleine schon der Tag als Provokation gedacht!) am Münchner Marienplatz: dort wollte die NPD eine "Informationsveranstaltung" abhalten und Parteien und Gewerkschaften (...) hatten zur friedlichen Blockade des Platzes aufgerufen. Letztendlich standen sich ca. 2000 zwar laute, aber friedliche Bürger und ca. 40 völlig indiskutable (das war schon die Crème de la Crème anwesend, optisch gesehen...) NPD-Anhänger gegenüber. Letztere zogen um 5 nach Ende der angemeldeten Versammlung unverrichteter Dinge wieder ab... trotz der Lautsprecher kamen sie nicht durch.
Immer wieder blieben Touristen und einkaufende Passanten stehen und fragten, was denn hier los sei.... die meisten von ihnen blieben stehen und machten mit.
Ich wünschen Ihnen alles erdenklich Gute und viel Durchhaltevermögen und Unterstützung.
Mit den besten Grüßen
Natalie Knauer
05.10.2000
Sehr geehrte Gemeindemitglieder,
es macht mich ganz rasend, dass es diesen rechtsradikalen fehlgeleiteten Schwachköpfen immer wieder gelingt, sich selbst und die braune Ideologie in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken - einfach weil bei ihnen Hirn und Herz zu unterentwickelt sind, um Skrupel zu kennen und sie sich deshalb bereitwillig zu Handlangern der neonazistischen Hass-Prediger machen.
Die Theorien dieser "Köpfe" der rechten Szene sind so schauderhaft dämlich, dass ich eigentlich darüber lachen möchte: Ein Lachen, das allerdings im Halse stecken bleibt, wenn diese Idioten sich an der Würde und dem Leben anderer vergreifen, wie es immer häufiger geschieht. Das Goethe-Wort, das Lion Feuchtanger 1933 seinem Roman "Die Geschwister Oppermann" voranstellte, bleibt also leider unvermindert aktuell: "Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als dem Verstand. Vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen, was fürchterlich ist."
Nun hat die Dummheit Sie und Ihre Gemeinde getroffen - Ihr Gemeindehaus, an dem ich häufig vorbeifahre: Immer musste ich den Kopf schütteln ob der Sicherheitsmassnahmen rund um das Gebäude, weil es mir absurd vorkommt, dass eine Synagoge nicht ebenso selbstverständlich ihren Platz in dieser Stadt hat wie jedes andere G"tteshaus auch. Ich bedaure es zutiefst, so eindrücklich bestätigt zu sehen, dass solchen Schutz offensichtlich vonnöten sind.
Julia Karnick, Düsseldorf
05.10.2000
Liebe Freundinnen und Freunde,
bitte lassen Sie sich nicht entmutigen. Wir sind mit Ihnen bestürzt über den abscheulichen Brandanschlag und werden gegen solche Übergriffe und für ein tolerantes Deutschland kämpfen. Informieren Sie mich, wenn es vielleicht konkret etwas zu tun gibt!
Herzliche Grüße
Michael Ortmanns
05.10.2000
Diesen Anschlag kann ich nur aus tiefstem Herzen verurteilen. Er macht erschreckend deutlich, dass der braune Sumpf immer noch nicht trockengelegt ist. Was muss nur noch passieren, dass unser Volk, vor allem Regierung und das Bildungswesen entschiedene und wirksame Maßnahmen dagegen ergreifen?
Welche Folgen es hat, sich am jüdischen Volk zu vergreifen, hat unser deutsches Volk doch am eigenen Leib schmerzvoll erfahren müssen. Hat es noch nicht gereicht? Wir brauchen Sie hier. G"tt segne Ihre Gemeinden in Deutschland und aller Welt und besonders den Staat und das Land Israel.
Andreas Hartig, Schmalkalden
05.10.2000
Sehr geehrter Herr Spiegel, sehr geehrte Damen und Herren,
ich schäme mich für Deutschland, dass es nach all dem Schrecklichen was passiert ist, die Menschen so lethargisch sind und nicht in Scharen auf die Straßen und Plätze laufen, um gegen die erneuten Angriffe zu demonstrieren. Verstehen kann ich es nicht..., es tut mir so leid, aber ich weiß auch nicht was ich machen soll, bin hilflos. Dass die RAF solche Widerstände und Hass hervorgerufen hat und die Staatsgewalt zum Einsatz brachte und im Gegensatz dazu dieser Antisemitismus einfach so hingenommen wird, ist mir unbegreiflich. Ich kann einfach nur vermuten, dass die Deutschen nichts hinzugelernt haben, auch wenn nicht alle so denken.
Ursula Dohm-Tänzer
05.10.2000
Liebe jüdische Mitbürger,
was sich in Düsseldorf und an anderen Orten ereignet hat, ist eine Schande für das deutsche Volk und kann nur verurteilt werden. Dass bei vielen von Ihnen deshalb Ängste geschürt werden, tut mir sehr leid.
Ich bitte Sie jedoch, auch weiterhin zwischen braunen Dummköpfen und den vielen Freunden des jüdischen Volkes in unserem Land zu unterscheiden. Gerade für mich als bekennender Christ ist das jüdische Volk G"ttes auserwähltes Volk, und das wird es bleiben. Die Strafe für Taten gegen sein Volk liegt bei ihm.
Die jüdische Kultur muss ein untrennbarer Bestandteil europäischer und deutscher Kultur bleiben. Und für jeden Juden muss die Praktizierung seiner Kultur und seines Glaubens uneingeschränkt und angstfrei möglich werden. Ganz liebe Grüße und ein aufrichtiges "Schalom"
Christoph Kröhnert, Stuttgart
05.10.2000
Leider muss ich mit Entsetzen feststellen, das "rechtes Denken und tun" weder aus dem Alltag noch aus dem Denken verschiedener "Menschen" verschwunden ist. Nun bin ich persönlich weder aus der Kriegs-Generation, noch gehöre ich dem Jüdischem Glauben bzw. irgendeiner Religiösen Gemeinschaft an. Eines aber hat uns die Geschichte gelehrt: Es gibt und wird sie geben, die ewig Unverbesserlichen. Es sind m.E. sehr viele Reaktionen auf unterschiedliche Gewalttaten, auch in Ihrem Fall, gefolgt, keine drückt jedoch aus, was wirklich passiert ist, nämlich eine Reaktion fehlgeleiteter Menschen, welche, da Hintergrundinformationen bzw. Basiswissen fehlt / fehlte, sich von ebenfalls fehlgeleiteten "Führern" zu solchen Aktionen verleiten lassen. Hier ist (zumindest meiner Meinung nach) es nötig und mittlerweile auch dringlich, die Gewalt, die Menschenverachtung, die Totalität und nicht zuletzt die sinnlose Brutalität des ehemaligen "Dritten Reiches" den Menschen nahe zu bringen, was zumindest zu Zeiten meiner Generation, aus welchen Gründen auch immer, totgeschwiegen, im Schulunterricht nicht nur teilweise verschwiegen, sondern gar nicht erst behandelt wurde, von Menschen, welche "dabei" waren, aus (teilweise) Schamhaftigkeit verdrängt wurde. Wenn allerdings diese Greuel verschwiegen werden, wenn in unserem ach so bildungsfördernden Staat in der Schulbildung schon (auch wieder aus welchen Gründen auch immer.....) diese Zeit noch nicht einmal ansatzweise angesprochen wird, frage ich mich, von wo sollen diese "Menschen", welche derartige Taten wie den Anschlag auf Ihre Synagoge begehen, wissen, was Recht ist, und was nicht ? Hier hilft doch nur, was zumindest ich praktiziere: Bringe Deinen Kindern bei bzw. lehre sie was Recht und Unrecht ist, setze sie in Kenntnis von Greueln, frage sie, ob sie solches am eigenen Leibe erleben wollen oder aber ein Leben in freier Ausübung ihres Gustos vorziehen. Noch ein Wort zu der Kritik Ihres Vorsitzenden an dem mangelnden Polizeischutz: Die Polizei ist nicht Deutschland, die Polizei kann nicht mehr, als ihr (finanziell) zugestanden wird. Wenn also Kritik, dann eine allgemeine an die zuständigen Stellen, welche andernorts immense Summen aus dem Fenster werfen, sich um soziale Aspekte aber nicht kümmern bzw. diese als "unwesentlich" betrachten. Eine Polizei kann nun einmal nur dort präsent sein, wo ihr ein gewisses Personalkontingent, auch finanziell erlaubbar, zur Verfügung steht. Diese Kritik wäre also an die Regierung zu richten. Jede weitere Äußerung wie "-...man muss Angst haben, in Deutschland zu leben...-" betrachte ich, nicht nur in Ihrem Fall, als eine kleines "Politikum", Sie wissen selber, das sehr wenig Menschen der deutschen Bevölkerung der "rechten Szene" zugehören bzw. dieser sympathisierend zugerechnet werden können. Der Rest, und das ist die Mehrheit, sollte soviel demokratisches und auch humanes Denken aufbringen, dass Sie hier keine Befürchtungen zu hegen brauchen. Es liegt also auch in Ihrem Interesse, etwas Öffentlichkeitsarbeit bzw. Basisarbeit zu leisten, um diesem "Rest" von (leider muss ich es so ausdrücken) fehlgeleiteten Idioten zumindest einen Teil der geschichtlichen Wahrheit nahe zu bringen, es liegt im Interesse der deutschen Regierung, das Schulsystem zumindest in der Aufarbeitung der deutschen Geschichte auf Vordermann zu bringen, es liegt in aller Interesse, allgemein ein humanitäres Denken zu fördern. Frei nach einem auch Ihnen bekanntem Philosophen:
>>> ....Mensch sein und Mensch bleiben, hierzu gehört Mensch werden.... <<<
Letzteres ist aber nur in Zusammenarbeit aller möglich. Mit vielen Grüssen
Burghard Karrasch
04.10.2000
der Anschlag auf die jüdische Synagoge trifft mich sehr tief. Ich möchte Ihnen mein tiefstes Bedauern darüber aussprechen, dass es in diesem Deutschland wieder Nazis geben darf die ungehemmt und völlig idiotisch Angriffe gegen alles "Fremde" starten dürfen. Es war und ist mir unverständlich wie man in Deutschland und zu dieser Zeit noch immer auf dem rechten Auge blind ist. Mir scheint, dass die Greueltaten der Nazis (bei denen auch mein Großvater sein Leben lassen musste) schon zu lange zurückliegen und nicht nur die schulische Aufklärung einer gründlichen Revision bedarf. Es darf auch jetzt nicht der geringste Eindruck des Rückzuges jüdischer Mitbürger entstehen. Ich schäme mich wieder mal, Deutscher zu sein.
Hans-Peter Schulz
04.10.2000
Meine jüdischen Freunde,
mit bedauern muss man wieder feststellen wie blind viele von uns Menschen sind. Es gibt so viele historische Fakten die man akzeptiert, aber eins findet kein Platz in Verstand diejenigen die mit Gewalt gegen jüdisches Volk vorgehen, nämlich die alte, historische und oft bewiesene Tatsache, dass die Juden ein Volk sind der unter besonderen Bund sein Schutz findet :
"Und ich will dich zu einer großen Nation machen,
und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen
groß machen, und du sollst ein Segen sein."
1Mose.12:2
"Siehe, Tage kommen, spricht der Herr,
da schließe ich mit dem Haus Israel
und mit dem Haus Juda einen neuen Bund."
Jeremia 16:16
Schon die Tatsache dass Juden nach fast 2000 Jahren Zerstreuung, ihrer Land aufgebaut haben, sollte viele Menschen nachdenklich machen, und wenn man die Fakten mit folgenden Zitat aus der Hebräischen Bibel vergleichen mag, so weiß man dass die Juden ein von G"tt auserwähltes Volk sind.
"Da wende ich das Geschick meines Volkes Israel.
Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr
Herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe,
spricht der Herr, dein G"tt."
Liebe Freunde, G"tt wird einen Menschen nicht nur aus dem Grunde annehmen, weil er ein Jude ist. Es muss da etwas in Ihnen sein, das mit dem göttlichen Charakter harmonisiert; andernfalls kann er nicht durch Sie wirken. Ich denke, dass es da etwas gibt, was G"tt ganz besonders an den Juden sucht. Das ist der Glaube: Glaube in G"tt und seine Verheißungen ! Und ich möchte Ihnen gerne sagen, dass ich den Glauben, den Israel während dieser 2000 Jahre bewiesen hat, liebe und hochachte. Und auch der allmächtige G"tt wird - wie ich denke - großes Wohlgefallen an Ihrem Glauben haben. Wir sehen aus der Schrift, dass gerade diese besondere Eigenschaft in Abraham es war, die ihn in G"ttes Augen so wertvoll machte. Er wurde ja Freund G"ttes genannt !
Jerzy Zywicki
04.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schwestern und Brüder!
Als ich am Morgen des 3. Oktober in den Nachrichten hörte, dass Ihr G"tteshaus angegriffen worden ist, erschrak ich zutiefst und dachte: "Das also ist unser Deutschland, das heute seinen Nationalfeiertag begeht?! Nein, das kann und darf nicht sein!"
Im Namen meiner Familie und sehr vieler Menschen aus unserer evangelischen Kirchengemeinde übermittele ich Ihnen solidarische Grüße und versichere Ihnen, dass wir alles tun werden, was in unserer Macht steht, um den Antisemitismus und den Fremdenhass und alle weiteren Erscheinungsformen des faschistischen Denkens in unserem Land entgegen zu treten. Wir veranstalten Informationsabende zum Thema "Judentum" in unserer Gemeinde und treten in Unterricht und G"ttesdiensten stets für Toleranz und interreligiösen Dialog ein.
Bitte lassen Sie sich vom faschistischen Terror nicht einschüchtern. Er trifft auch uns und wir müssen zusammen halten.
Schalom!
Hans-Joachim Greifenstein
Pfarrer Evangelische Kirchengemeinde Babenhausen
04.10.2000
Mit Bestürzung und Entsetzen habe ich den Nachrichten entnommen, was wieder in Düsseldorf und Hannover geschieht. Ich muss Ihnen mitteilen dass ich mich für das Verhalten dieser Chaoten, und sogenannten " Deutschen" zu tiefst schäme. Lassen Sie sich von diesen hirnlosen Geschöpfen nicht einschüchtern. Wir brauchen auch in Deutschland jüdische Gemeinden, so wie wir evangelische und katholische Gemeinden brauchen. Und seien Sie versichert: die Mehrheit in unserem Lande denkt genauso. Ich freue mich auf den Tag da Jude sein in Deutschland wieder etwas ganz normales alltägliches ist. G"tt mit Ihnen!
H. Mülstegen
04.10.2000
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Spiegel,
mit Bestürzung habe ich aus dem Rundfunk von dem Anschlag auf Ihre Synagoge gehört. Ich bin ratlos, was ich tun kann. Es fehlt an einer Stimme, die ruft, damit man hingehen kann, hier in Warendorf zum Beispiel, und zeigen, wie sehr man verabscheut, was geschieht und zugleich fehlt es an einem Anlass zur Synagoge zu gehen und zu zeigen, dass man die jüdischen Mitbürger respektiert und ihnen beisteht. Wo sind die Einladungen von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Schriftstellern, die einen Treffpunkt angeben?
So bleibt mir nur, Sie und ihre Gemeinden (die nächste ist wohl in Münster, wo ich die Synagoge dieser Tage zufällig sah und völlig unbewacht vorfand) meiner Solidarität zu versichern.
Klaus Aßhoff
04.10.2000
Sehr geehrte Mitarbeiter der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf, über den Anschlag auf Ihre Synagoge bin ich entsetzt. Dabei möchte ich betonen, dass ich nicht wegen der Rufschädigung für die Bundesrepublik Deutschland geschockt bin, sondern darüber, dass antisemitisches Gedankengut in den Köpfen viel zu vieler Bewohner dieses Landes 50 Jahre nach der Nazizeit immer noch - oder womöglich wieder verstärkt - vorhanden ist und dass den braunen Parolen dieser Leute immer noch viel zu wenig entgegengesetzt wird.
Dass Polizeischutz für die Einrichtungen jüdischer Gemeinden in Deutschland überhaupt benötigt wird, ist die wirklich schlechte Nachricht.
Johannes Bohnacker
04.10.2000
Wir haben mit Betroffenheit und Entsetzen diese feige Tat aufgenommen. Es ist schrecklich, dass so etwas immer noch in unserem Land möglich ist. Und als Bürger dieses Landes sind wir tief beschämt. Der Staat fordert den wachsamen Bürger, was auch unbedingt notwendig ist. Aber auch der Staat muss hier alle Mittel der Exekutive bis hin zum Staatsschutz mobilisieren um der braunen Flut Herr zu werden.
Angelika und Jürgen Bußmann
04.10.2000
Ich möchte Ihnen mein Beileid aussprechen. Es war eine unglaublich hinterhältige und verabscheuenswerte Tat. Man kann nur hoffen, dass die Polizei den oder die Täter bald findet. In der deutschen Gesellschaft muss sich einiges tun. Leider haben sich die Befürchtungen bewahrheitet, dass das Thema Rechtsradikalismus eben doch nur das Sommerloch gefüllt hat. Aber bitte geben sie die Hoffnung nicht auf, denn es gibt schließlich auch noch Menschen in Deutschland, denen nicht egal ist, wie mit Minderheiten umgegangen wird. Meine besten Wünsche
Miriam Wagner
03.10.2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Zorn, Entsetzen und Trauer habe ich heute die Nachrichten von dem Anschlag auf Ihre Synagoge, eine Holocaust-Gedenkstätte und auch wieder einmal auf Ausländer zur Kenntnis nehmen müssen.
Dass dies ausgerechnet am 10. Jahrestag der deutschen Einheit geschieht, ist eine Schande für Deutschland und für jeden Deutschen! An einem solchen Tag sollte jeder Deutsche froh, glücklich und dankbar sein, dass in Deutschland wieder jüdische Gemeinden existieren.
Ich bedaure es zutiefst, dass solche Vorfälle überhaupt wieder möglich sind und hoffe sehr, dass es diesmal genug Menschen in diesem Land gibt, die Mut genug haben, der braunen Pest entgegenzutreten. (Ich glaube nicht an die sogenannten geistig verwirrten Einzeltäter!)
Der Friede sei mit uns allen. Freundlichst
Reinhard Fegers, Aachen
