Holocaust-Überlebende

Im Jahre 1994 hat David Reusmann in Düsseldorf die Initiative ergriffen, unmittelbar Betroffene des Holocaust zu einer Interessengemeinschaft zusammenzuschließen. Hieraus hat sich eine größere Gruppe von Holocaust-Überlebenden zusammengefunden. Zur Zeit sind in diesem Verein etwa 40 Personen verschiedener Herkünfte aus mehreren Städten Nordrhein-Westfalens. Einige der Gruppenmitglieder sind Neuzuwanderer, andere leben seit vielen Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Alle sind ehemalige Häftlinge verschiedener KZ's oder sie waren in Ghettos eingeschlossen. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat Räumlichkeiten für die monatlich stattfindenden Treffen zur Verfügung gestellt. Sorgen und Auseinandersetzungen um das alltägliche Leben, Lebenspläne und Erinnerungen, welche die Holocaustüberlebenden vereinen, sind die Hauptthemen der Zusammentreffen. Dies gibt den Vereinsmitgliedern das Gefühl, nicht in Vergessenheit zu geraten.

In 1995 wurde – ebenfalls in Düsseldorf - der psychotherapeutische Arbeitskreis für Betroffene des Holocaust (PAKH e.V.) ins Leben gerufen. Dieser Arbeitskreis arbeitet mit dem Institut für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Köln, Univ.-Prof. Dr. med. Karl Köhle zusammen.

Der PAKH e.V. versteht sich als Initiative zur Erforschung der Ursachen und Folgen von Fremdenfeindlichkeit, Ausländerhass und Antisemitismus. Zweck des Vereins ist es, unmittelbar vom Holocaust Betroffene, seien diese nun Opfer oder Täter, und deren Nachkommen individuell zu beraten, sie einer inneren Auseinandersetzung zuzuführen und auf gesellschaftlicher Ebene Aufklärung und Bewusstmachung zu fördern. Der Verein hat im August 1998 ein internationales Symposion zum Thema "Das Ende der Sprachlosigkeit?" durchgeführt, an dem viele Holocaustüberlebende und deren Kinder teilgenommen haben.

Anlass für dieses Symposion war das 50-jährige Bestehen des Staates Israel. Unter Einbeziehung wissenschaftlicher Grundlagenforschung sowie von psychoanalytischen Untersuchungen über unterschiedliche ethnische Gruppen wurde – auch und vor allem unter Berücksichtigung der Erfahrung der unmittelbar Betroffenen - ein tieferes Verständnis für die Situation und Befindlichkeit der Holocaustüberlebenden und deren Angehörigen in erster, zweiter und dritter Generation erarbeitet.

Der PAKH e.V. unterstützt den Verein der Holocaustüberlebenden mit Beratung, konkreter Unterstützung bei Ämterfragen und gesundheitlichen Problemen, sowie in begrenztem Rahmen mit finanziellen Mitteln, etwa für Ausstellungsbesuche oder andere gemeinsame Unternehmungen.

Wir sind bereit, die Arbeit des Vereins mit ähnlichen Gruppen – sowohl in Deutschland als auch im Ausland zu verknüpfen.

Auskünfte über diese Gruppen sowie über die außerdem in Düsseldorf ansässigen zionistischen Organisationen erteilt die Gemeindeverwaltung unter Tel: 0211 - 469 12 0

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