Rabbinat

Rabbinat der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ist gemäß ihrer Satzung eine Einheitsgemeinde. Das bedeutet, dass alle religiösen Richtungen respektiert werden und gleichzeitig bei allen Veranstaltungen der Gemeinde der Schabbat beachtet wird. Außerdem werden innerhalb der Gemeinde die Kaschrutgesetze eingehalten und überwacht. Sowohl die Kinder der Yitzhak-Rabin-Schule wie auch die Kinder der Kindertagesstätten-Gruppe werden aus der Gemeindeküche mit einem koscheren Mittagessen versorgt. Die G"ttesdienste entsprechen dem orthodoxen Ritus.

Regelmäßige Gebetszeiten sind:
Montag - Freitag 7.30 Uhr
Sonntag sowie an gesetzlichen Feiertagen um 9.00 Uhr
Freitagabend / Kabbalat Schabbat 19.00 Uhr -
während der Sommerzeit vorher um 18.45 Uhr Mincha
Schacharit am Schabbat um 9.15 Uhr
Mincha mit Seuda Schlischit während der Sommerzeit um 18.00 Uhr
Während der Winterzeit: Mincha jeweils eine Stunde vor Schabbatausgang,
anschließend Seuda Schlischit und Ma'ariv /Hawdalah

Der Gemeinderabbiner steht den Gemeindemitgliedern für alle religiösen Fragen sowie für seelsorgerische Gespräche zur Verfügung. Wünschen Sie einen Krankenbesuch bei sich zu Hause oder im Krankenhaus, so geben Sie bitte dem Rabbinat Bescheid.

Der Rabbiner informiert Sie auch gerne über Beschneidungen, Bar- und Bat-Mizwa und jüdische Trauungen. In Trauerfällen ist der Rabbiner ebenfalls zu benachrichtigen.

Der Rabbiner hält zusätzlich - getrennt für deutsch- und russischsprachige Gemeindemitglieder - regelmäßige Bildungsseminare über Torah und Talmud, jüdische Ethik und jüdische Feste sowie über jüdische Bräuche und Traditionen.

Öffnungszeiten: 

Montag - Donnerstag 8.00 - 15.30
Freitag 8.00 - 13.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Rabbiner: Julien-Chaim Soussan
Tel: 0211 - 469 12 16
E-mail: rabbinat@jgdus.de

 


 

Öffentlichkeitsarbeit in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf

Jede Gemeinschaft ist einzigartig. So auch religiöse Gemeinschaften. Gleichwohl sind sie durch eine explizite Asymmetrie gekennzeichnet, die sowohl Grenzen aufzeigt, als auch das Brückenbauen ermöglicht. Die Asymmetrie prägt als wesentliches Kennzeichen die Beziehungen/en zwischen dem Christentum, dem Islam und dem jüdischen Volk, was jedoch kein Hindernis für einen Dialog darstellt. Im Gegenteil, es kann ein Dialog nicht ohne Konfrontation und Konfrontation nicht ohne Dialog stattfinden. Die historisch bedingte Asymmetrie ist theologisch, psychologisch und kulturell und nicht veränderbar. Wir sollten in einem Dialog nicht der Versuchung erliegen, diese Asymmetrie auslöschen zu können.

Seit einigen Jahren findet in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf ein Dialog zwischen Juden und Mitgliedern anderer Religionschgemeinschaften statt. Dieser stellt eine aktive Art des Unterrichts dar, ein aktives Erlernen des Judentums, das alle Teilnehmenden nachhaltig prägt.

Shoshana Rosèn betreut ehrenamtlich diese Öffentlichkeitsarbeit der jüdischen Gemeinde Düsseldorf seit sechs Jahren. Sie übernimmt den Löwenanteil der Synagogenführungen.

Zu ihren Führungen kommen hauptsächlich Schulklassen aller Schulformen und Jahrgänge aus Nordrhein-Westfalen.

Die "Unterrichtsreihe Judentum" wird altersgemäß gestaltet. Eines gilt für alle Gruppen: Im Mittelpunkt steht das Prinzip der Anschaulichkeit, des Handelns - des "Anfassens".

Als Beispiel soll hier eine Aussage der zehnten Jahrgangsstufe der Heinrich-Böll-Gesamtschule dienen: "Eine sehr lebendige, dynamische und informative Darstellung. Besonders interessant für uns sind die unterschiedlichen Anschauungsmaterialien! Wir kommen wieder!"

Zu den Schulklassen gesellen sich Kindergärten, Selbsthilfegruppen, Gruppen des Ausbildungszentrums für Gesundheitsberufe der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Theologische Zweig der Universität Wuppertal, Lehrerfortbildungs-gruppen, das Katholische Schulreferat Neuss, das Deutsche Rote Kreuz, Kulturkreise, Frauentreffpunkte, die Rheinische Krankenplfegeschule, das Berufskolleg für Technik und Informatik usw. usw..

Die Synagogenführungen durch Shoshana Rosèn haben sich in NRW herumgesprochen und so reißt der Strom der Interessenten nicht ab.

Ebenso wenig wie es "das" Christentum und "den" Islam gibt, können wir auch nicht von "dem" Judentum sprechen. Deshalb bedarf es viel Zeit, um das komplexe Spektrum den Gästen näher zu bringen, ein Unterfangen, das gerade bei den Kleinsten leicht fällt.

Für Jung und Alt stellt diese Begegnung oft die erste Berührung mit dem Judentum dar. Dies gestaltet sich auch deshalb meist so positiv, weil die Wurzeln der jeweils eigenen Religion offen gelegt werden. Häufig wird auf diese Weise sowohl die eigene als auch die neu entdeckte Religion von einem Lehrbuchtext zur realen, hautnah (be)greifbaren Lebensweise.

Den Zuhörern wird deutlich, dass Judentum mehr ist als nur eine Religionsgemeinschaft. Es ist die gleichzeitige Zugehörigkeit zum jüdischen Volk einerseits und eine Mitgliedschaft in der Religionsgemeinschaft Judentum andererseits. Darin unterscheidet es sich sowohl vom Christentum als auch vom Islam, den beiden Nachfolgereligionen des Judentums.

Den Besuchern wird daher Judentum auf all seinen Ebenen näher gebracht. Sie lernen vor allem, dass im Zentrum aller Lehren der Thora immer und ausschließlich der Mensch steht.

Diese Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht vielen jungen Menschen einen neuen, kritischen Blick auf die jüdische Religion, um sich von Vorurteilen und Klischees lösen zu können.

Sinn und Zweck dieser Begegnungen ist letztendlich folgende Erfahrung: "Kein religionsgesetzliches Prinzip ist wichtiger als die Achtung vor dem Nächsten."

Öffentlichkeitsarbeit in der Gemeinde unter der Leitung von Shoshana Rosèn

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